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Bauernverband für zurückhaltenden Antibiotika-Einsatz

Als Reaktion auf neue Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich der Deutsche Bauernverband zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika bekannt. Zugleich betonte der Verband am Mittwoch in Berlin, dass der Einsatz weiterhin möglich sein sollte „nach sorgfältiger Abwägung und in Einzelfällen - bei denen keine therapeutische Alternative zur Verfügung steht“.

Die WHO hatte am Dienstag einen weiterhin zu hohen Verbrauch von Antibiotika in der Tiermast kritisiert. Teils würden 80 Prozent der Antibiotika in Ställen für ein stärkeres Wachstum der Tiere verabreicht. Der übermäßige oder falsche Einsatz erhöhe das Risiko von Resistenzbildungen und werde damit für Mensch und Tier zur Gefahr. Bereits jetzt gebe es resistente Bakterienstämme, gegen die nahezu kein Antibiotikum mehr wirke.

In den Richtlinien ruft die WHO unter anderem dazu auf, die Gabe von medizinisch relevanten Antibiotika an Tiere auf ein Minimum zu reduzieren. Gesunde Tiere sollten Antibiotika nur erhalten, wenn andere Tiere der Herde erkrankt seien.

Von 2011 bis 2016 ist die abgegebene Menge an Antibiotika für Tiere in Deutschland laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit von 1.706 auf 742 Tonnen gesunken. Die Menge der abgegebenen Fluorchinolonen sei jedoch weiterhin hoch und liege trotz eines Rückgangs in den vergangenen drei Jahren noch über dem Wert von 2011. Diese Antibiotikaklasse ist für die Therapie beim Menschen und die Frage möglicher Resistenzbildung von besonderer Bedeutung.

KNA

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