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Friedensnobelpreis-Stiftung prüft Investitionen in Atomwaffen

Die hinter dem Friedensnobelpreis stehende Alfred-Nobel-Stiftung reagiert auf die Vorwürfe, viel Geld in Rüstungsgüter zu investieren und dabei auch sehr viele Hersteller von Atomwaffen zu unterstützen. Eine Sprecherin der Stiftung sagte auf Anfrage von FAZ.net, man habe begonnen, nachhaltigere Alternativen zu den kritisierten Fonds zu finden.

Die Stiftung habe klare Richtlinien hinsichtlich Ethik und Nachhaltigkeit eingeführt und werde keine neuen Investitionen mehr tätigen, die gegen internationale Konventionen wie etwa gegen Streubomben verstießen oder im Zusammenhang mit Nuklearwaffen stünden.

Auslöser der Debatte waren Recherchen von ZDF und „Facing Finance“, das zu den 468 Organisationen gehört, die als Anti-Atomwaffenbündnis Ican den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten. Die finanzmarktkritische Nichtregierungsorganisation aus Berlin empfiehlt, das Preisgeld nicht anzunehmen oder aber für japanische Opfer von Atomwaffen zu spenden, weil die Stiftung soviel Geld in Kohle, Tabak und Rüstung investiere.

„Wir finden, dass das für eine Stiftung, die den Friedensnobelpreis vergibt, ein No-Go ist. Das darf einfach nicht sein“, sagte Thomas Küchenmeister, Vorstand von „Facing Finance“, dem „heute journal“. Wer über Indexfonds etwa in Firmen wie Textron, Lockheed Martin und Raytheon investiere, unterstütze die Modernisierung von Atomwaffen: „Und das sollte man gerade als Nobelpreisstiftung nicht tun.“

Als „hochpeinlich für die Nobel-Stiftung“ bezeichnete der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold die Investitionen im ZDF. Die Nobel-Stiftung habe einen noblen Zweck, „aber dann sollte man auch das eigene Geld ökologisch und sozial verantwortlich anlegen“.

KNA

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