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Hilfswerke verweisen auf traumatisierte Kinder in Syrien

Hilfsorganisationen verweisen zum sechsten Jahrestag des Beginns des Syrienkrieges am 15. März auf eine dramatische Lage der Kinder. Die Mitarbeiter des katholischen Hilfswerk Misereor berichteten von großen Grausamkeiten, die die Kinder erlebt hätten, sagte Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Kinder malten nur noch Kriegsszenen, in schwarzen und dunklen Farben. Daran erkenne man, was in den Seelen los sei.

Laut SOS-Kinderdörfer sind mindestens 85 Prozent der Kinder in Syrien schwer traumatisiert. "Über ein Drittel der insgesamt rund zehn Millionen Kinder ist unter sechs Jahre alt und kennt nichts anderes als den Kriegsalltag, der aus Angst, Tod und Verlust besteht", sagte Maya Alnashawati, Nothilfe-Koordinatorin der SOS-Kinderdörfer in Damaskus.
Die Hilfsorganisation kümmere sich an mehreren Standorten in Syrien wie Aleppo, Tartous und Damaskus um hunderte kriegstraumatisierte Kinder. "Unsere Tagesstätten und Nothilfe-Einrichtungen sind total überlastet", erklärte Alnashawati. Dabei erreichten die Helfer nur einen Bruchteil der Kinder, die dringend Hilfe bräuchten. Die Kinder hätten "Unfassbares" erlebt und seien oft "apathisch oder aggressiv".
"Häufig wollen die Kinder am Anfang mit niemandem reden und auch keinen Kontakt zu den anderen Kindern aufnehmen", sagte Alnashawati. Trauma-Therapeuten würden mit geduldiger Arbeit zu ihnen durchzudringen, sodass die Kinder wieder Lebensmut und Vertrauen entwickelten.
Misereor-Chef Bröckelmann-Simon berichtete von seinem Besuch in Syrien, bei dem er gesehen habe, dass die humanitäre Lage der Familien ein Riesen-Problem sei. Zum einen sei es "bitter kalt" gewesen und die Lebensunterhaltkosten seien extrem hoch, so dass sich die Menschen kaum Heizöl leisten könnten.
In den vergangenen Tagen hatten anlässlich des Jahrestages am 15. März auch andere Hilfswerke Alarm geschlagen angesichts der Situation der Kinder im Syrienkrieg. Eine Studie von "Save the Children" ergab, dass Millionen Kinder in dem Land unter psychischen Störungen und Stresssymptomen litten. Diakonie Katastrophenhilfe äußerte sich erschüttert über die völlige Missachtung des humanitären Völkerrechts in dem Land. Care beklagte, dass Belagerung von Zivilisten und das Aushungern unschuldiger Kinder als Kriegsmittel eingesetzt würden. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef erklärte, 2016 sei das bisher schlimmste Jahr für Kinder in Syrien gewesen: Im bisher brutalsten Jahr des Konflikts seien 652 Kinder gewaltsam ums Leben gekommen - 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

KNA

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