NACHRICHTEN

Israels Botschafter lobt Denkmal für Opfer des Olympiaattentats

Der neue israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, begrüßt die heutige Einweihung eines Denkmals zur Erinnerung an die getöteten israelischen Olympia-Teilnehmer beim Terroranschlag 1972 in München. „Es ist niemals zu spät, an diesen schweren Terrorakt zu erinnern“, sagte der 62-Jährige in einem Interview der Oldenburger Nordwest-Zeitung (Mittwoch).

„Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den israelischen Präsidenten Reuven Rivlin jetzt zur Einweihungszeremonie des Denkmals eingeladen hat, wird in Israel als sehr positives Signal gesehen und gewürdigt“, ergänzte der Diplomat. Vor 45 Jahren waren bei dem Attentat elf israelische Sportler und ein bayerischer Polizist ums Leben gekommen, außerdem fünf der acht Attentäter.

Die Gedenkstätte im Münchner Olympiapark wird heute offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte sie am Wochenende als Mahnung für die Gegenwart bezeichnet. Sie führe vor Augen, dass Menschen in der Lage seien, aus blankem Hass unschuldige Menschen zu töten, sagte er im Bayerischen Rundfunk. Zugleich werde deutlich, welch verwerflichen Weg Terrorismus in jeder Form gehe.

Mit Sorge beobachte er zunehmenden Rechtspopulismus und Antisemitismus in Europa, erklärte Schuster weiter. Letzterer verstecke sich oft hinter einer Kritik an der israelischen Politik. Kritik sei legitim; nicht zulässig aber sei, ein ganzes Volk oder eine ganze Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht zu stellen.

Schuster begrüßte, dass sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) an der Gedenkstätte finanziell beteiligt habe und dass IOC-Präsident Thomas Bach zur Einweihung kommen werde. 2012 habe es das IOC noch abgelehnt, bei der Eröffnungsfeier der Spiele von London eine Schweigeminute für die Opfer von München abzuhalten. Schuster bezeichnete dieses Verhalten als „sehr schwer nachvollziehbar“. Ein Gedenken zum 40. Jahrestag wäre damals „absolut angemessen gewesen“.

Gut 2,35 Millionen Euro hat der neue Erinnerungsort gekostet. Daran beteiligen sich der Freistaat Bayern, die Bundesrepublik Deutschland, die Landeshauptstadt München, das IOC, der Deutsche Sportbund und die Foundation for Global Sports Development.

KNA

Heiliger des Tages

Umfragen

Bistum Augsburg

Service

Info-Links