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Kardinal Marx prangert wachsenden Antisemitismus an

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx beobachtet mit Sorge eine wachsende Judenfeindlichkeit in Deutschland. "In den vergangenen Monaten haben wir leider ein Erstarken des Antisemitismus auch in Deutschland erleben müssen", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz an den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest Rosch haSchana.

Neben antijüdischen Vorurteilen habe vor allem ein "israelbezogener Antisemitismus" zugenommen", so Marx weiter. Kritik an Entscheidungen israelischer Regierungen etwa in Bezug auf die Besatzungs- oder Siedlungspolitik sei zweifellos legitim. "Diese Kritik aber muss so formuliert werden, dass sie nicht antisemitisch oder antizionistisch missverstanden werden kann und den vorhandenen Antisemitismus nicht verstärkt", betonte der Kardinal. "Wir sind auch für die politische Wirkung dessen, was wir sagen und tun, verantwortlich."

Positiv hob Marx den Dialog zwischen Juden- und Christentum hervor. Beispielhaft verwies er dabei auf die Erklärung "Zwischen Jerusalem und Rom", die eine Delegation der Europäischen Rabbinerkonferenz, des Rabbinical Council of America und des Israelischen Oberrabbinats Ende August Papst Franziskus überreicht hatte.

Marx nannte das Papier "eine Würdigung der Verbesserungen in den christlich-jüdischen Beziehungen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und vor allem eine Ermutigung, den christlich-jüdischen Dialog auch zukünftig engagiert fortzuführen". Er hoffe, dass diese Erklärung eine weite Verbreitung sowohl in den Kirchen als auch in der jüdischen Gemeinschaft finde und dass "die wegweisenden Aussagen die theologischen Debatten, aber auch das alltägliche Zusammenleben inspirieren".

KNA

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