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Kardinal Marx: Religion bleibt "Megathema des 21. Jahrhunderts"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ruft alle Christen zu einem neuen Nachdenken über ihren Glauben auf. Religion bleibe "ein Megathema des 21. Jahrhunderts", sagte er am Wochenende in München. Es brauche "eine wirklich neue Überlegung, wer wir sind in dem Konzert der Religionen und Weltanschauungen". Christus nachzufolgen, heiße, "dort zu sein, wo Jesus ist – bei den Menschen, vor allem auch bei denen, die leiden, in Not sind, verzweifelt sind", fügte der Münchner Erzbischof hinzu.

Entscheidend für das Christentum sei die Person Jesu. Dieser sei nicht einfach nur ein Prophet oder Religionsstifter. Vielmehr stelle sich in ihm Gott selbst dar. Christsein bedeute, sich immer wieder neu auf die Spur Jesu zu begeben. Dabei gelte es, sich nicht von eigenen Gewohnheiten und Traditionen leiten zu lassen. Nötig seien eine "Haltung des Hörens, des Sich-Öffnens" und die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen.

Marx äußerte sich bei der Weihe von sechs Ständigen Diakonen. Die Männer sind alle verheiratete Familienväter und zwischen 35 und 51 Jahre alt. Sie kommen aus verschiedenen Berufen. Einer ist Übersetzer, einer Gehörlosenpädagoge, einer Verwaltungsleiter.

"Diakon" ist das griechische Wort für "Diener". Diakone widmen sich insbesondere dem Dienst am Menschen und der Sorge für in Not geratene, kranke und alte Menschen. Das Amt gab es schon in der alten Kirche, geriet aber später in Vergessenheit. Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) wurde es als eigenständiges Weiheamt neben dem des Priesters und Bischofs wiederbelebt. Diakone dürfen verheiratet sein und Kinder haben. Derzeit wird in der katholischen Kirche diskutiert, ob dieses Amt künftig auch Frauen offen stehen soll.

KNA

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