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Kardinal Pell droht Anklage wegen sexuellen Missbrauchs

Kurienkardinal George Pell droht in Australien eine Anklage wegen sexuellen Missbrauchs. Die Staatsanwaltschaft in Melbourne habe der Polizei die Erhebung einer Anklage gegen den Finanzminister des Vatikan empfohlen, berichteten australische Medien am Mittwoch. Die Polizei habe mitgeteilt, die Empfehlung der Staatsanwaltschaft sorgfältig prüfen zu wollen.

Der australische Kardinal Pell beteuerte unterdessen in Rom im Interview mit dem australischen Fernsehsender 9News seine Unschuld. Er werde aber "selbstverständlich" mit den Behörden kooperieren, so Pell. Der Kardinal war bereits im Oktober 2016 in Rom von australischen Polizisten zu den Missbrauchsvorwürfen verhört worden. Zwei über 40 Jahre alte Männer beschuldigen Pell, sie in den 1970er Jahren in einem Schwimmbad in Ballarat sexuell belästigt zu haben. Zu der Zeit war Pell Priester in der Stadt.
2014 ernannte Papst Franziskus den damaligen Erzbischof von Sydney zum Präfekten des neu geschaffenen vatikanischen Wirtschaftssekretariats. Pell gehört außerdem dem Kardinalsrat an, der den Papst bei der Kurienreform berät.
Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Pell waren auch schon früher aufgekommen. 2002 war Pell von einer Untersuchungskommission der Erzdiözese Melbourne vom Missbrauchsvorwurf aus Mangel von Beweisen freigesprochen worden. Ein Mann hatte Pell beschuldigt, ihn als Zwölfjährigen in einem katholischen Jugendlager sexuell missbraucht zu haben.
Kardinal Pell sieht sich auch seit langem dem Vorwurf gegenüber, als Priester in Ballarat und später als Erzbischof von Melbourne an der Vertuschung von Missbrauchsfällen beteiligt gewesen zu sein. In seinen Aussagen vor der staatlichen Missbrauchskommission hatte Pell den Vorwurf der Vertuschung von Missbrauchsfällen energisch zurückgewiesen. Als Erzbischof von Melbourne hatte Pell aber auch mit der "Melbourne Response" erste Standards für den Umgang mit Missbrauchsfällen gesetzt.

KNA

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