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Misereor dringt auf entschiedeneren Kampf gegen Klimawandel

Das katholische Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit Misereor appelliert an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sehr viel entschiedener als bisher gegen den Klimawandel zu kämpfen. Beim G20-Gipfel in Hamburg habe man die Chance verpasst, beim Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger voranzukommen, beklagte Misereor-Chef Pirmin Spiegel am Donnerstag in Köln. Auch Deutschland habe beim konsequenten Umsteuern seiner Klimapolitik Nachholbedarf, um die globale Erwärmung auf unter zwei Grad begrenzen zu können.

Er teile die Sorge von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), dass der Klimawandel immer mehr Menschen zur Migration zwingen könne, ergänzte Spiegel. "Mit dieser Sorge hängt zusammen, dass Menschen, die aufgrund von Umweltveränderungen ihre Heimat verlassen müssen, auch in Deutschland kaum Schutz erwarten können." Dringend erforderlich seien daher legale Zugangswege nach Deutschland und weitere verbindliche Rechte für Klimaflüchtlinge.
Misereor erwarte zudem von der nächsten Weltklimakonferenz im November in Bonn ein deutliches Signal, "dass die Weltgemeinschaft angesichts der zugespitzten Lage entschlossener handelt. Ebenso erwarten wir von der nächsten Bundesregierung ein konsequentes Umsteuern in der Klimapolitik und einen raschen, sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2035."
"Der Rohstoffhunger dieser Welt ist nicht zukunftsfähig", betonte Spiegel. Der enorm starke Verbrauch an endlichen Ressourcen führe unter anderem zu Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen, Gewaltkonflikten und Verarmung. "Statt zu einseitig auf technische Lösungen zu setzen, um den wachsenden Rohstoffbedarf zu decken, müssen Anreize geschaffen und Maßnahmen gefördert werden, die auf eine Senkung des Rohstoffverbrauches abzielen."

KNA

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