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Moraltheologe: Nutzung von Steueroasen legal, aber unmoralisch

Der Paderborner Moraltheologe Peter Schallenberg empfiehlt mit Blick auf die Enthüllungen der „Paradise Papers“ das Gewissen als moralische Instanz. Die Geldanlage in „Steueroasen“ könne zwar formal korrekt und legal sein, aber dennoch moralisch falsch, sagte der Sozialethiker am Dienstag dem Kölner domradio.

Als „Kompass“ eigne sich die „Goldene Regel“ aus der Bibel: „Handle so, wie auch du behandelt werden möchtest“, die Immanuel Kant im „Kategorischen Imperativ“ weiter ausgefeilt habe: „Handle so, dass die Maxime deines Handelns allgemeines Gesetz werden könnte“, so Schallenberg.

„Man kann sich fragen: Wollen wir wirklich, dass sich viele Menschen Steuerschlupflöcher suchen?“, so der Theologe. „Das wollen wir nicht“, betonte er. „Man muss doch bei aller Missmut sagen, dass die Steuern in unserem Land zum allergrößten Teil in Zwecke des Allgemeinwohls gehen.“ Damit würden Dinge für die Allgemeinheit finanziert. „Deswegen wollen wir, dass alle Steuern zahlen.“

Eine großzügigere Steuerpolitik für Firmen ziele auf ein investitionsfreundliches Klima ab, so Schallenberg. „Das heißt, der Staat geht davon aus, dass insbesondere größere Unternehmen investieren und dass dadurch Arbeitsplätze und eine blühende Industrie- und Produktionslandschaft entstehen“, sagte Schallenberg. „Das wollen wir. Das wollen auch unterschiedliche Staaten in Europa.“

Dagegen sei es nicht legitim, wenn Steuerschlupflöcher wie etwa die Isle of Man benutzt würden. Der Theologe sprach von einem „Sonderproblem in der Europäischen Union“, dass sich die Isle of Man „in einem steuerpolitischen und staatspolitischen Niemandsland bewegt“. Dies müsse geklärt werden.

KNA

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