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Overbeck sieht Chancen für "Kirche im Volk"

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck sieht Chancen in einer veränderten Rolle der Kirche. "Wir sind auf dem Weg zu einer Kirche im Volk", sagte er im Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch). Er rechne damit, dass es künftig einen Kern religiöser Menschen geben werde. "Und wenn wir gut sind, werden wir darüber hinaus eine Kirche der Sympathisantinnen und Sympathisanten sein." Auch würden Menschen das kulturelle und soziale Angebot der Kirchen weiterhin schätzen. "Wir werden eine politische Dimension haben. Und wir werden eine lebendige Weltkirche sein."

Der Kirche werde damit verstärkt eine "exemplarische Funktion" zukommen, erklärte Overbeck: "Ich hoffe, dass wir so leben und reden werden, dass die Menschen aufmerken. Wir werden aber nicht mehr für eine Mehrheit moralisch oder gar rechtlich bindend sein können." Bei Fragen etwa nach Weiheämtern für Frauen oder der Gemeindeleitung durch Laien werde sich die Kirche "nicht mehr an den Gegebenheiten des 19. und 20. Jahrhunderts orientieren können". Auch das Verhältnis von Staat und Kirche werde sich künftig "jedenfalls ändern".

Die Entwicklungen machten ihn nachdenklich, sagte der Bischof. "Religion wird die Angelegenheit einer kleinen Gruppe." Allerdings, so Overbeck weiter: "Vielen ist fremd geworden, was die Christen glauben, aber sie finden es gut, dass es Glaube und Kirche gibt."

Bezogen auf das Streben nach Frieden sagte Overbeck, die Religionen seien "Problem und Lösungsansatz zugleich. Es haben aber alle Hochreligionen Quellen, die zur Überwindung der Gewalt führen können. Die müssen wir stärken und nicht den Hass."

KNA

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