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Papst ermutigt Kolumbiens Politik und Gesellschaft zum Frieden

In Kolumbien ist Papst Franziskus am Donnerstag mit Vertretern von Politik und Gesellschaft zusammengetroffen. In der ersten Rede seiner Reise ermutigte er Kolumbiens Politiker, ihr Land in Frieden und Gerechtigkeit aufzubauen.

Dafür seien gerechte Gesetze nötig, die auch die Ursachen struktureller Armut beseitigten. Franziskus zollte all jenen Respekt, die sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt haben, „der bewaffneten Gewalt ein Ende zu bereiten und Wege der Versöhnung zu finden“. Dieser Einsatz dulde keine Pause.

Der Weg, trotz Hindernissen eine „Kultur der Begegnung“ zu fördern, sei lang, so der Papst. Der Mensch in seiner Würde sowie das Gemeinwohl gehörten ins Zentrum jeglicher Politik, Wirtschaft und sozialen Einsatzes. Dabei dürfe man nicht vergessen, „dass die ungleiche Verteilung der Einkünfte die Wurzel sozialen Übels ist“. Für seine Äußerung, alle Menschen seien wichtig, und „in Verschiedenheit liegt der Reichtum“, gab es Applaus.

Staatspräsident Juan Manuel Santos hatte den Papst zuvor auf dem roten Teppich per Handschlag begrüßt. Die private Unterredung der beiden dauerte etwa 20 Minuten; anschließend stellte Santos dem Papst seine Familie vor. Nach dem Präsidentenbesuch fuhr Franziskus mit dem Papamobil zur Kathedrale der Hauptstadt, einer der größten Kirchen Lateinamerikas. Unterwegs stoppte er am Rathaus, wo ihm Bürgermeister Enrique Penalosa symbolisch die Schlüssel der Stadt übergab.

Anschließend wandte sich Franziskus in einer Rede an die wartenden Menschen auf der Plaza Bolivar. Dabei sprach er vor allem der Jugend des Landes Mut zu. „Ich bin sicher, dass in euch das notwendige Potenzial steckt, um das Land aufzubauen, von dem wir immer geträumt haben“, so der Papst. Junge Menschen seien fähig, „etwas sehr Schwieriges zu tun, nämlich zu verzeihen“. Es sei bemerkenswert, dass sich die Jugend nicht „von alten Geschichten einwickeln“ lasse, die bei Erwachsenen immer wieder zu Spaltungen und Groll führten.

Eine Begegnung mit den rund 130 kolumbianischen Bischöfen des Landes mit einer weiteren Rede des Papstes beenden das geplante Vormittagsprogramm. Am Nachmittag steht ein Treffen mit rund 60 Mitgliedern des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM an. Den Abschluss des Abends bildet eine große Messe im Simon-Bolivar-Park mit einer Predigt des Papstes.

Am Freitag reist Franziskus weiter nach Villavicencio; dort findet ein Seligsprechungsgottesdienst statt. Im Anschluss empfängt das Kirchenoberhaupt Flutopfer aus der Stadt Mocoa, die im Frühjahr von schweren Überschwemmungen getroffen wurde. Am Nachmittag ist das zentrale Gebet um nationale Versöhnung vorgesehen. Daran nehmen neben Konfliktopfern auch Ex-Guerilleros und -Milizionäre teil. Ebenfalls in Villavicencio will Franziskus auf die Bedrohung des Naturraums Amazonien hinweisen.

KNA

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