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Papst zu Versöhnungsmission in Kolumbien gelandet

Papst Franziskus ist zu seiner Versöhnungsmission in Kolumbien eingetroffen. Nach gut zwölf Stunden Flug wurde er kurz vor Mitternacht deutscher Zeit auf dem Flughafen der Hauptstadt Bogota von Staatspräsident Juan Manuel Santos und dessen Ehefrau sowie Papstbotschafter Erzbischof Ettore Balestrero empfangen.

Wegen des Hurrikans Irma über der Karibik hatte die Maschine der Alitalia einen südlicheren Kurs nehmen müssen.

Unter den rund 1.000 Menschen, die den Papst begrüßten, waren etliche Poltiker und Bischöfe des Landes. Besonders herzlich fiel die Begrüßung mit Bogotas Erzbischof, Kardinal Ruben Salazar Gomez, aus. Der Argentinier und der Kolumbianer, der auch Vorsitzender des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM ist, umarmten sich einige Sekunden lang.

In der kolumbianischen Hauptstadt erwarteten den Papst auf rund 2.600 Metern Höhe einige dunkle Regenwolken, böige Winde und kühle Temperaturen. Zum Empfang hatte die kolumbianische Regierung unter anderen die Teilnehmer der Friedensverhandlungen mit den Guerilla-Organisationen FARC und ELN, Vertreter der indigenen Verbände, sozialer Stiftungen, Künstler, Sportler, Gouverneure und Bürgermeister eingeladen.

Eines der Kinder, die den Papst begrüßten, war Emmanuel Rojas, Sohn der über Jahre entführten Politikerin Clara Rojas, einer ehemaligen Mitstreiterin der mit ihr entführten Grünen-Politikerin und Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Emmanuel wurde in der Gefangenschaft von Rojas und einem Guerillero gezeugt. Er wurde von der FARC unter bis heute ungeklärten Umständen an ein Hospital und an die staatliche Fürsorge übergeben. Erst nach ihrer Freilassung 2008 konnte Rojas ihren Sohn wiedersehen. Sohn Emmanuel übergab als Geschenk eine Friedenstaube der Künstlerin Ana Gonzalez Rojas.

Musikalisch wurde Franziskus vom Nationalen Sinfonieorchester und einem Chor der kolumbianischen Staatsoper empfangen. Zu hören waren unter anderem Stücke von Verdi, Rossini, Mozart und Beethoven. Für die kolumbianische Note sorgten Klassiker wie „Yo me llamo Cumbia“ von Mario Garena oder „Tolu“ von Lucho Bermudez, begleitet von Tänzen kolumbianischer Jugendlicher.

Nach der Zeremonie am Flughafen fuhr Franziskus mit einem Papamobil durch die Stadt zur 15 Kilometer entfernten päpstlichen Nuntiatur. Dort sollte er von einer Gruppe begrüßt werden, die ihm zu Ehren traditionelle Gesänge und Tänze darbietet. In der Residenz seines Botschafters in Kolumbien wird der Papst während seines Aufenthaltes übernachten.

Auf dem Flug hatte Franziskus vor mitreisenden Journalisten von einer „etwas speziellen Reise“ gesprochen. Vor allem wolle er Kolumbien helfen, auf seinem Friedensweg voranzugehen. Zugleich lud Franziskus zum Gebet für das Nachbarland Venezuela ein. Dieses müsse zu einer „guten Stabilität“ und zu einem Dialog mit allen finden, sagte er.

Während des Überflugs über Venezuela hatte sich der Papst in einem Grußtelegramm an Präsident Maduro gewandt und ihn zu nationaler Einheit und Rechtsstaatlichkeit gemahnt. Er bete, „dass alle im Land Wege der Solidarität, Gerechtigkeit und Eintracht ebnen“.

In Kolumbien haben sich die Regierung und die linke FARC-Guerilla nach fünf Jahrzehnten bewaffneten Kampfs auf die Umsetzung eines Friedensplans verständigt. Kurz vor der Papstreise einigte sich die Regierung zudem mit der zweiten Guerillaorganisation ELN auf eine einstweilige Waffenruhe. Allerdings sind Kolumbiens Bevölkerung und Kirche über den Umgang mit der militanten Vergangenheit und die gesellschaftliche Integration der ehemaligen Kämpfer tief gespalten.

Staatspräsident Santos wollte nach der Willkommenszeremonie noch am Abend das internationale Pressezentrum im Herzen Bogotas besuchen. Dort berichten Journalisten aus der ganzen Welt über den Papstbesuch.

KNA

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