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Staat und Kirchen für Erforschung von DDR-Unrecht an Christen

Landesregierung und Kirchen in Thüringen wollen die Diskriminierung von Christen in der DDR verstärkt aufarbeiten. Ein Forschungsauftrag solle wissenschaftlich untersuchen, inwieweit die Christen unter anderem in der Bildung benachteiligt worden seien und dies bis heute fortwirke, sagte am Montag der Leiter des Katholischen Büros Erfurt, Winfried Weinrich.

Darüber seien sich Kirchen und Landesregierung bei ihrem jährlichen Treffen am selben Tag in der Thüringer Staatskanzlei einig gewesen.
Offen sei noch, ob der Forschungsauftrag von der zur Diktaturforschung gegründeten Stiftung Ettersberg koordiniert werde, so Weinrich, der die katholische Kirche landespolitisch vertritt. Er gehört einer Arbeitsgruppe an, die im Auftrag der Landesregierung und der beiden großen Kirchen die  Diskriminierung von Christen erforscht. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte zu Beginn der rot-rot-grünen Regierungsbildung in Thüringen zugesagt, DDR-Unrecht verstärkt aufzuarbeiten. Nach Einschätzung der Kirchen wurden die Christen dabei zunächst zuwenig als Opfergruppe berücksichtigt. Inzwischen liegen nach Weinrichs Angaben von Seiten der Kirchen drei Gutachten von Experten zu dem Thema vor.
Weitere Themen des Jahrestreffens waren nach Weinrichs Angaben unter anderem die Bildungs- und Familienpolitik. So hätten sich die Kirchen dafür ausgesprochen, neben der Inklusion behinderter Schülerinnen und Schüler in das allgemeine Bildungssystem weiterhin auch Förderschulen
zu unterhalten. Überdies sollten die bewährten Träger der Familienbildung im Rahmen einer Reform des Fördersystems angemessen berücksichtigt werden.
An dem Treffen nahmen für die Landesregierung außer Ramelow auch Familienministerin Heike Werner und Bildungsminister Helmut Holter (beide Linke) sowie Justizminister Dieter Lauinger (Bündnis 90/Grüne) teil. Die katholische Kirche war durch die Bischöfe Ulrich Neymeyr (Erfurt) und Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen), die evangelische Kirche durch die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann und Bischof Martin Hein (Kurhessen-Waldeck) vertreten.

KNA

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