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Theologe Lütz kritisiert Studien zu Religion und längerem Leben

Der katholische Theologe und Psychiater Manfred Lütz hält nichts von Studien, wonach religiöse und betende Menschen länger leben. "Ehrlich gesagt, ich finde das ziemlichen Schwachsinn", sagte er am Donnerstag dem Kölner domradio. "Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre heraus gekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?"

Lütz warnte davor, auf diesen Trend der "Gesundheit als Religion" hereinzufallen. "Viele Menschen glauben heute nicht mehr an den lieben Gott, sondern an die Gesundheit", so der Buchautor. "Früher fastete man, fuhr auf Wallfahrten und betete für den Glauben. Heute tut man das für die Gesundheit." Es gebe Menschen, die nur noch vorbeugend lebten und dann gesund sterben. "Aber auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot."
"Ob Beten zum längeren oder zum kürzeren Leben führt, ist völlig egal", sagte Lütz weiter. "Wir sind doch nicht Christen, weil wir gesund sein wollen." Beten sei dafür wichtig, "dass wir unsere Beziehung zu Gott erhalten". Weiter wies der Theologe darauf hin, dass Jesus mit 33 Jahren am Kreuz gestorben ist. "Das war nicht besonders gesund." Auch die Märtyrer hätten nicht gesund gelebt, sondern seien "ziemlich früh enthauptet worden".
Der US-amerikanische Professor Marino Bruce von der Vanderbilt-University in Nashville (Tennessee) hatte in einer Studie Zusammenhänge zwischen Erkrankung und dem sozialen Umfeld der betroffenen Menschen erforscht. Er sieht seine These bestätigt, wonach religiöse Mensch weniger Stress haben und deshalb ihr Todesdatum nach hinten verschieben können.

KNA

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