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Unicef: Viele Schulen in Nigeria wegen Terrorgefahr geschlossen

Jede zweite Schule bleibt auch zu Beginn des neuen Schuljahres im nordnigerianischen Bundesstaat Borno geschlossen. Das teilte das Kinderhilfswerk Unicef am Freitag mit. Ein Grund dafür sei die anhaltende Gefahr durch die Terrormiliz Boko Haram. Darüber hinaus mangele es an Lehrkräften und Schulgebäuden.

Seit der Radikalisierung von Boko Haram („Westliche Bildung ist Sünde“) im Jahr 2009 kamen den Angaben zufolge im Nordosten Nigerias 2.295 Lehrer ums Leben, 19.000 weitere seien vertrieben worden. Die Terroristen hätten 1.400 Schulen zerstört.

Laut Unicef benötigen deshalb rund drei Millionen Kinder dringend Hilfe, um überhaupt zur Schule gehen zu können. „Die Kinder im Nordosten durchleben sehr viel Horror“, so Unicef-Vizedirektor Justin Forsyth nach einem dreitägigen Besuch in Bornos Hauptstadt Maiduguri. Deshalb seien mehr als 350 temporäre Schulen errichtet worden. Mit Hilfe von Partnerorganisationen wurden außerdem 750.000 Mädchen und Jungen an Schulen eingeschrieben.

Im Nordosten Nigerias leben heute mehr als 1,7 Millionen Binnenflüchtlinge. Darunter sind viele Kinder, die Laut Unicef in ihren Gastkommunen lange nicht in die Schule gehen durften.

Mehreren Studien zufolge ist der Schulbesuch in Afrikas bevölkerungsreichstem Land, wo zwischen 187 und 190 Millionen Menschen leben, auch ohne Terrorgefahr ein großes Problem. Es wird geschätzt, dass bis zu 10,5 Millionen Mädchen und Jungen im schulpflichtigen Alter keine Schule besuchen.

KNA

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