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Voderholzer: Wir sind nicht Zeitgeist und Medien verantwortlich

Eine Rückbesinnung der katholischen Bischöfe auf ihren persönlichen Verkündigungsauftrag hat der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gefordert. Die Verkünder des christlichen Glaubens seien nicht dem Zeitgeist und den Medien verantwortlich, sondern Gott, betonte er in einer Predigt zum Abschluss der diesjährigen Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am Donnerstagabend in Fulda.

Voderholzer erinnerte daran, dass schon der Heilige Bonifatius das Christentum als eine Gewissensreligion gelehrt habe. „Nur wer mit seiner ganzen Person für den Glauben einsteht, nur wer zu erkennen gibt, dass er sich als Bote dem sendenden Gott und nicht dem Zeitgeist, den Erwartungen der Medien oder sonstigen vorläufigen Instanzen verantwortlich weiß, wird bei anderen Glauben wecken“, so der Regensburger Bischof. Kirchliches Leben brauche mehr als nur Sympathisanten. Leitbilder seien gefragt. „Menschen die brennen und so das Feuer des Glaubens weitergeben können.“

Skeptischer äußerte sich Voderholzer über das zuvor bei einem Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Fuldaer Bischofskonferenz beschworene Prinzip der bischöflichen Kollegialität. Vor einer wichtigen und notwendigen „Theologie der Gemeinschaft und der Kollegialität“ fordere Bonifatius, „noch deutlicher eine Theologie der Personalita?t und der personalen Verantwortung in den Blick zu nehmen“. Eine solche Theologie der Personalität entspreche ganz dem biblischen Gottes- und Menschenbild, betonte Voderholzer und verwies auf entsprechende Ausführungen von Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.

Der formale Kern des Glaubens sei die „persönlich verantwortete Zeugenschaft“. Daher könne es in der Kirche keine anonyme Leitung geben. „Die personale Inpflichtnahme darf nicht durch Gremien oder Synoden aufgehoben werden, durch letztlich anonyme Größen, hinter der die perso?nliche Zeugenschaft und auch die perso?nliche Verantwortlichkeit zu verschwinden droht“, mahnte Voderholzer und erklärte: „Die Kollegialita?t der Bischo?fe hebt die Personalität und persönliche Verantwortung des einzelnen nicht auf, sondern setzt sie voraus.“

Zuvor hatte die Deutsche Bischofskonferenz bei einem Festakt im Fuldaer Schloss ihrer Gründung vor 150 Jahren gedacht. Dabei ermunterte der Bochumer Fundamentaltheologe Hermann Josef Pottmeyer die Christen vor Ort zu stärkerem eigenen Engagement. Papst Franziskus habe sowohl die Ortskirchen mit allen ihren Mitgliedern als auch die Bischofskonferenzen aufgewertet. Eine „synodale Kirche“ sei zum Programm des Papstes aus Argentinien geworden.

KNA

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