THEMEN DER WOCHE
KATHOLISCHE SONNTAGSZEITUNG FÜR DAS BISTUM AUGSBURG

Ausgabe 32 vom 13./14. August

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Gedenken an Franz Marc – Künstler präsentieren Werke im Kreuzgang

Foto (Paulus): Professor Maria-Anna Bäuml-Roßnagl begrüßte Besucher der Ausstellung im Kreuzgang des Klosters.

BENEDIKTBEUERN – Zum 100. Todestag des Malers Franz Marc und zur Erinnerung an die erste Ausstellung des unter dem Nationalsozialismus als „entartet“ geltenden Meisters vor 70 Jahren präsentieren 13 Künstler im Kloster Benediktbeuern ihre Inspirationen und Kopien zu Werken aus dessen Zeit im „Blauen Land“.

An vielen Orten, besonders jedoch im bayerischen „blauen“ Oberland um Benediktbeuern, Sindelsdorf und Kochel, wo Marc in den Jahren von 1908 bis 1914 wohnte, wird an den mit 36 Jahren früh verstorbenen Maler und Gründer der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ erinnert.

Salesianerpater Leo Weber (87), Professor für Kirchen- und Kunstgeschichte an der ehemaligen Hochschule und Historiker des Klosters Benediktbeuern, hat wegweisende Forschungen zu Marc betrieben und die aktuelle Ausstellung initiiert. Mit seinem Kunstverstand und Fachwissen ist er ein Entschlüssler der Werke Marcs. Zahlreiche freundschaftliche Beziehungen verbinden den Geistlichen zudem mit Künstlern der Gegenwart.

13 Künstlerinnen und Künstler aus den Gegenden, in welcher der Meister tätig war, haben die Gedenkausstellung im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern mit Werken bestückt, die von Marc inspiriert sind. Die Hauptorganisatorin, Professor Maria-Anna Bäuml-Roßnagl, wies darauf hin, dass alle Werke etwas Neues und Individuelles darstellten, obwohl sie Bildern und Plastiken von Marc in ganz unterschiedlichen Techniken nachgestaltet seien. Jeder empfinde die Kunst Franz Marcs auf seine Weise, jeder verbinde eine andere Aussage damit.

In seinen großartigen Bildern assoziiert die Farbe Blau Sehnsüchte und Träume, wie es besonders seine berühmten Pferdedarstellungen anschaulich zeigen. Er gilt als bedeutender Vertreter des Expressionismus in Deutschland. Am 4. März 1916, im Ersten Weltkrieg, befand sich Marc als Soldat bei einem Erkundungsritt auf den Schlachtfeldern vor Verdun, als ihn ein Granatdoppelschuss tödlich traf.

Nach der Verfemung von Marcs Werken in der Zeit des „Dritten Reiches“ fand unter der Mithilfe seiner Witwe Maria im Jahr 1946 die erste Ausstellung mit Originalbildern im Kloster Benediktbeuern statt.

Ingrid Paulus

Info:  Die Gedenkausstellung „Inspiration und Kopien“ ist bis 30. August täglich von 9 bis 18 Uhr im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern zu sehen. Darüber hinaus gibt es im Kloster-Café eine zusätzliche Kinderausstellung.

Foto (Paulus) Pater Leo Weber bewundert sein Porträt, das ein Künstler für die Franz-Marc-Gedenkausstellung gemalt hat.

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