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Abholzung in Brasiliens Indigenengebieten steigt rasant

Die Abholzung in den indigenen Schutzgebieten des Amazonaswaldes hat 2016 um 32 Prozent zugenommen. Die bedrohtesten Gebiete befinden sich im Einzugsbereich von Straßen und Staudammprojekten, wie brasilianische Medien (Montagabend Ortszeit) unter Berufung auf eine Studie der Umweltschutzorganisation „Instituto Socioambiental“ (ISA) berichten. Im gleichen Zeitraum sei die landesweite Abholzung insgesamt um 16 Prozent zurückgegangen.

Insgesamt wurden dem Bericht zufolge rund 10.000 Hektar Wald in den Schutzgebieten abgeholzt. Besonders betroffen sei der Teilstaat Para. Allein im Indigenenschutzgebiet Cachoeira Seca sollen Holzhändler mehr als 16 Quadratkilometer Wald vernichtet haben; Umweltschutzbehörden schätzen den Schaden auf 235 Millionen Euro. Das Gebiet liegt nahe einer Bundesstraße und dem Mega-Staudammprojekt Belo Monte, gegen das Umweltschützer über Jahrzehnte vergeblich gekämpft hatten.

Zwar ist die gesamte geschlagene Waldfläche auf indigenem Land mit rund 100 Quadratkilometern noch recht klein - verglichen mit den rund 6.600 Quadratkilometern Wald, die 2016 landesweit verloren ging. Traditionell waren die Indigenengebiete aber die am besten vor Abholzung geschützten überhaupt; dieser Trend scheint sich nun umzukehren.

Im brasilianischen Kongress liegen derzeit 49 Projekte zur Diskussion vor, die die Landrechte von Indigenen beschränken wollen. Vertreter von fünf Völkern haben unterdessen am Montag den Sitz der staatlichen Indigenenschutzbehörde Funai in der nordostbrasilianischen Stadt Sao Luis besetzt. Damit protestieren sie gegen Stillstand bei den Demarkationen und Zuteilungen an indigene Völker, wie der katholische Indigenenmissionsrat Cimi berichtet.

KNA

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