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Australische Bischöfe: Bootsflüchtlinge aus Manus aufnehmen

Die katholischen Bischöfe Australiens fordern eine Aufnahme der mehr als 600 Asylbewerber im inzwischen geschlossenen Lager auf Manus/Papua-Neuguinea. Die Flüchtlinge sollten nach Australien umgesiedelt werden, erklärte Bischof Vincent Long Van Nguyen als Vorsitzender der Bischofskommission für Migranten und Flüchtlinge. Er sprach von einer „Gewissenslösung“ im Sinne der Betroffenen. Zudem solle Australien das Angebot Neuseelands annehmen, ebenfalls Flüchtlinge aus dem Lager Manus aufzunehmen.

Nach vier Jahren hatte Australien das Lager auf Manus Ende Oktober gemäß einem Urteil des höchsten Gerichts von Papua-Neuguinea geschlossen. Die 600 Asylbewerber, von denen die meisten offiziell als Flüchtlinge anerkannt wurden, hatten die Verlegung in Übergangslager auf Papua-Neuguinea abgelehnt und leben jetzt ohne Wasser- und Stromversorgung in dem geschlossenen Lager. „Die Lage auf der Insel Manus weitet sich als direkte Folge der gescheiterten Politik unserer Regierung zu einer humanitären Katastrophe aus“, warnte der Bischof.

Australien verweigert kategorisch die Aufnahme von Flüchtlingen, die per Boot Richtung Australien geflohen sind. Die offiziell als Flüchtlinge anerkannten Asylbewerber sollten sich in Australien dauerhaft niederlassen dürfen, forderte Bischof Long, der selbst als jugendlicher vietnamesischer Bootsflüchtling in Australien Aufnahme fand.

Die kleine Gruppe der Manus-Flüchtlinge, die aufgrund eines Abkommens zwischen Australien und dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama in den USA aufgenommen werden, sollten in Australien auf ihre Umsiedlung warten dürfen. Jene Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt wurde, könnten bis zu ihrer Abschiebung in einem Lager in Australien untergebracht werden, so Long.

KNA

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