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Katholische Arbeitnehmer gegen Ladenöffnung an Heiligabend

Kritik an gesetzlich geregelten Ausnahmen zur Ladenöffnung an Heiligabend hat die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) geübt. "Eigentlich sollte es für Sonntage grundsätzlich keine Ausnahmen geben, außer es ist wirklich ein gesellschaftlicher Notstand eingetreten", sagte der Münchner KAB-Experte für Sonntagsschutz, Hannes Kreller, am Donnerstag im Kölner domradio. Es sei "immer wichtig, dass unser Sonntag nicht dem Konsum geopfert wird".

Der Sonntagsschutz solle garantieren, dass die Gesellschaft etwas zur Ruhe komme, so Kreller. "Es geht darum, einen gemeinsamen Tag zu haben in der Woche, an dem man seine Feste feiern kann, wie zum Beispiel auch Weihnachten. Wo es nicht notwendig ist, zu begründen, warum man an diesem Tag nicht arbeitet."

Hintergrund ist, dass der Heiligabend in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt. Läden, die Artikel für den täglichen Bedarf anbieten, dürfen in Nordrhein-Westfalen bis 14.00 Uhr öffnen. Dazu gehören Lebensmittelmärkte, Bäckereien und etwa Weihnachtsbaumverkaufsstellen. Einige Ladenketten haben sich jedoch bereits gegen die Möglichkeit ausgesprochen. Die Ladenöffnungszeiten unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Er vermute, dass der 24. Dezember als Heiligabend bekannt sei, so der Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen. "Wer bis zum 23.12. seine Geschenke nicht auf die Reihe gebracht hat, der müsste sich überlegen, wie er sein Leben strukturiert."

Kreller verwies auch auf über 100 Prozesse im vergangenen Jahr, bei denen in 90 Prozent der Fälle geplante verkaufsoffene Sonntage als gesetzeswidrig erklärt worden seien. "Wir betrachten es als Armutszeugnis der Kommunalpolitik, dass sie in gewisser Weise die rechtlichen Grundlagen hintenanstellt und die Kommerzinteressen des örtlichen Handels voranbringt und in gewisser Weise verkaufsoffenen Sonntagen oft Tür und Tor öffnet." Die Richter hatten geurteilt, dass für die Sonntagsöffnungen der gesetzlich vorgeschrieben Anlassbezug fehle. Sie müssen demnach von einer besonderen Veranstaltung flankiert werden, die mehr Menschen anzieht als die Ladenöffnung an sich.

KNA

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