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Norcia erinnert an Erdbeben vor einem Jahr

Mit einem Gedenkgottesdienst hat die italienische Stadt Norcia an das schwere Erdbeben vor einem Jahr erinnert. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin feierte am Sonntag vor der Ruine der Basilika San Benedetto eine Messe und sprach den Menschen Mut zum Wiederaufbau zu. Angst und Resignation seien „unsichtbare Katastrophen und doch fast so folgenschwer wie ein Erdbeben“, sagte er. Für Montagmorgen um 7.41 Uhr, als vor einem Jahr der stärkste Erdstoß erfolgte, war vor der zerstörten Basilika ein Gebetsgedenken mit dem örtlichen Erzbischof Renato Boccardo geplant.

Staatliche, kirchliche und private Institutionen müssten die Zusammenarbeit, die sie in der ersten Zeit nach dem Beben gezeigt hätten, fortsetzen und intensivieren, mahnte Parolin. Bürokratische Abläufe müssten so weit wie möglich verschlankt werden. Es gelte mit aller Kraft einer Entvölkerung der betroffenen Ortschaften entgegenzuwirken, so der Kardinal.

Das Unglück am 30. Oktober 2016, wenige Wochen nach dem verheerenden Beben vom 24. August mit fast 300 Toten in Latium, Umbrien und den Marken, verursachte in Norcia schwere Gebäudeschäden. Die zu Norcia gehörende Ortschaft Castelluccio wurde weitgehend zerstört.

Nach Angaben der Bischofskonferenz der Region Umbrien sind von 435 Kirchen, die durch das Beben in Mitleidenschaft gezogen wurden, 228 noch unzugänglich. Für 31 Kirchen leitete demnach der italienische Sonderkommissar für den Wiederaufbau eine Gebäudesicherung ein. Bei der Rekonstruktion der Basilika San Benedetto in Norcia will sich neben der italienischen Regierung auch die EU finanziell engagieren. Der Ordensgründer Benedikt von Nursia (um 480-547), dem heutigen Norcia, ist für die Kirche ein Patron Europas.

KNA

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