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Woelki kritisiert Ausbeutung auf dem "Arbeiterstrich"

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki beklagt das Schicksal von „modernen Arbeitssklaven“. Sie fänden sich als „Tagelöhner unserer Zeit“ auf dem Bau, in Schlachthöfen oder als Reinigungskräfte im Hotel wieder, sagte Woelki am Samstag dem Kölner domradio. Skrupellose Unternehmer sprächen „die billigsten Arbeitskräfte“, die oft aufgrund von Armut aus Rumänien oder Bulgarien kämen, aus dem Auto heraus an. „Für sie sind die Menschen auf dem Arbeiterstrich leichte Beute.“

Woelki kritisierte: „Mitten unter uns arbeiten Tag für Tag tausende Menschen, die vollkommen rechtlos sind.“ Ihnen werde Lohn vorenthalten, oder sie müssten für wenig Geld jeden Job annehmen. „Sie schlafen im Auto, weil sie sich eine Unterkunft nicht leisten können.“

Woelki nannte es einen Skandal, „dass diese Ausbeutung Tag für Tag vor unseren Augen geschieht“. Unternehmer und Subunternehmer versprächen sich von den illegal Beschäftigten einen Wettbewerbsvorteil. „Es sind EU-Bürger, die sich dabei wie Sklaven fühlen.“ Ein hoher Grad an Verzweiflung und Armut treibe diese Menschen oft weg von ihren Familien „an den deutschen Arbeiterstrich“. Wer deren Not „in so schamloser Weise ausnutzt, weil er sie zu Dumpinglöhnen beschäftigt, der ist zynisch und rücksichtslos“.

Papst Franziskus habe mit seiner Kritik recht, dass diese Wirtschaft töte, sagte Woelki. „Wir dürfen unsere Mitmenschen nicht wie ein Konsumgut betrachten, das man nach Gebrauch einfach wegschmeißen kann.“

KNA

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