Anzeige

700 Ministranten pilgerten zum Bistumspatron

Heiliger Ulrich aus Puzzleteilen

AUGSBURG – Eine riesige Schar an Kindern und Jugendlichen aus Pfarreien im gesamten Bistum nahm an der Ministrantenwallfahrt zum heiligen Ulrich teil. Teilweise kamen sie in Bussen zum Treffpunkt am Augsburger Dom, von wo sie mit Liedern, Gebeten und Litaneien auf den Lippen zur Basilika St. Ulrich und Afra zogen. 

Begleitet wurden die rund 700 Ministranten auf ihrer Wallfahrt von Weihbischof Anton Losinger, der im anschließenden Gottesdienst das Engagement der Messdiener  und ihre Entscheidung für ein Leben mit Gott als heutzutage keinesfalls selbstverständlich hervorhob.

„Was für ein starkes Bild: Die gesamte Basilika voller Ministranten aus allen Teilen des Bistums“, stellte Losinger erfreut fest. Großen Dank richtete er an die Kinder und Jugendlichen dafür, dass sie mit ihrer Prozession durch die Maximilianstraße ein deutliches Zeichen für den Glauben setzten. 

Die Glocken der Ulrichsbasilika läuteten, als die jungen Wallfahrer mit ihren selbst gestalteten Fahnen durch die Maximilianstraße heranzogen. Angeführt wurde der Zug durch das große, auf einem Hänger transportierte Weihrauchfass des Bistums Augsburg. Rund 180 Kilo schwer sei das am drei Meter hohen Gestell aufgehängte Rauchfass, erklärte Pfarrer Edward Wastag begeistert. Mitglieder seiner Pfarreiengemeinschaft Unter- und Oberthingau, Görisried und Kraftisried im Ostallgäu kümmerten sich mit weit aufgekrempelten Gewand-
ärmeln und sichtlichem Räucherspaß um das Befüllen des riesigen Gefäßes. 

Aus begeisterten Kehlen erscholl  das Eröffnungslied „Du lädst uns ein“, als die Kinder und Jugendlichen in die Kirche einzogen und der Weihbischof mit ihnen und vielen Konzelebranten die heilige Messe feierte. Musikalisch begleitet wurden sie durch Chor und Orchester unter der Leitung von Robert Haas. Kaum zu sehen, aber um so besser zu hören waren die Sänger, die im hinteren Altarraum neben der blumengeschmückten Grabstätte des heiligen Ulrich Aufstellung genommen hatten. Es waren die Teilnehmer des Projektchors der letztjährigen Ministrantenwallfahrt nach Rom. Sie hatten sich noch einmal zum Lobpreis des Bistumsheiligen zusammengefunden. 

Einen besonderen Auftritt während der Messe hatten vier Minis-
tranten der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Rain am Lech. Sie durften die große Plakatwand mit dem aufgemalten Bischof Ulrich nach vorne in den Altarraum tragen. 

Das Konterfei des Bistumsheiligen war aus vielen Puzzlestücken zusammengesetzt, auf denen alle an der Pro-
zession teilnehmenden Ministranten ihre Unterschrift hinterlassen hatten. „Als Ministrant hilfst du mit, Gottes Plan in die Tat umzusetzen und du bist in diesem Plan durch niemanden zu ersetzen“, so wurde das in englischer Sprache ausgegebene Wallfahrtsmotto „Part of his plan“ im begleitenden Liedheft erläutert. „Ich bin froh, dass ihr einen Weg zu Gott gefunden habt. Ihr seid privilegiert“, sagte Weihbischof Losinger. 

In dieser modernen, schnellebigen Zeit, die ganz von elektronischen Medien beherrscht werde, blase so manchem Jugendlichen der Gegenwind ordentlich ins Gesicht. Heutzutage brauche es Mut, sich öffentlich zum Glauben zu bekennen. Doch die Gemeinschaft der Gläubigen gebe auch Stärke. 

Heike John

09.07.2019 - Bistum Augsburg , Jugend , Kinder