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Weltfreiwillige aus dem Bistum Augsburg schildern ihre Erfahrungen

Abenteuer in Tansania

Seit Anfang August 2022 sind Antonio Maurer und Jonas Brickl in Tansania. Entsandt und unterstützt vom Bistum Augsburg, absolvieren sie dort einen einjährigen Freiwilligendienst. Im Beitrag für die Katholische SonntagsZeitung schildern die beiden, welche Erfahrungen sie machen:

Nach der Schule eine Pause einlegen und ein Jahr im Ausland verbringen: Diesen Traum erfüllen wir uns gerade hier in Tansania. Am 5. August startete unser Abenteuer mit dem Flug von Frankfurt nach Dar es Salaam, wo wir für die ersten zwei Wochen blieben. Zwei Tage nach der Ankunft begann dann sofort unser Kiswahili-Sprachkurs, wo wir in zehn Tagen von unserem Sprachlehrer Joshua viele Grundlagen der tansanischen Amtssprache vermittelt bekamen. 

Gut vorbereitet ging es danach endlich weiter in unsere Einsatzstelle ganz im Westen des Landes, die Benediktinerabtei Mvimwa. Es ist  die jüngste von vier großen Abteien in Tansania, welche zur Kongregation der Missionsbenediktiner von
St. Ottilien gehören.

Dort wurden wir sofort freundlich begrüßt und von den Mönchen herzlich willkommengeheißen. Uns wurden das Klostergelände und alle dazugehörigen Stellen gezeigt – das sind neben dem Wohnbereich und der Kirche eine große Landwirtschaft, eine Krankenstation, eine Berufsschule (Vocational Training Center) sowie wenige Kilometer entfernt im Nachbardorf eine Grundschule und etwas weiter weg in Sumbawanga, der nächsten größeren Stadt, eine weiterführende Schule. 

Außerdem haben wir mit dem Abt und verschiedenen Brüdern einige der kleinen Dörfer besucht, welche sich rund um die Abtei befinden. Dort hatten wir zum ersten Mal Einblick in das einfache Leben der normalen Bevölkerung und auch zum ersten Mal richtig Kontakt mit den einheimischen Menschen. Es ist sehr faszinierend, aber auch erschreckend zu sehen, wie viele von ihnen mit sehr wenig auskommen müssen. Dabei bleiben sie aber alle so gastfreundlich und lebensfroh, das ist einfach bewundernswert.

Horizont erweitern

Einblicke in ein anderes Leben und in eine neue Kultur erhalten, den eigenen Horizont erweitern, sich persönlich weiterentwickeln, selbständiger werden und dabei auch noch etwas Gutes tun und Menschen durch ein soziales Projekt unterstützen in einem Land, wo ein so privilegiertes Leben wie das unsrige in Deutschland nicht möglich ist – all das sind unsere Gründe, warum wir jetzt gerade hier sind. 

Deshalb fanden wir es super, dass wir von Anfang an vollkommen integriert worden sind, nicht nur in der Klostergemeinschaft, sondern auch bei den Menschen in den Städten und Dörfern – sei es beim gemeinsamen Fußballspielen mit den Kindern und Jugendlichen im Nachbarort Kate oder bei feierlichen Gottesdiensten, wo wir den Abt begleiten und sogar ministrieren durften.

Das alles machte unsere ersten Wochen zu etwas sehr Besonderem. An jedem Tag gab es etwas Neues zu entdecken, neue Menschen kennenzulernen und auch immer neue Arbeiten zu machen. Da bei unserer Ankunft noch Schulferien waren,  halfen wir in erster Linie im landwirtschaftlichen Bereich, wo auf dem Gelände der Berufsschule ein neuer Gemüsegarten angelegt wurde. Später waren wir auch beim Beschaffen von Ziegeln für ein neues Gebäude dabei sowie beim Aufbau und Test einer neuen Bewässerungsanlage für die Bananenplantagen.

Nach einigen Wochen durften wir eine Außenstelle der Abtei in Kipili am Tanganyikasee besuchen. Diese Außenstelle dient hauptsächlich als Gästehaus. Die dort lebenden Brüder kümmern sich um das Gelände, das mit einem langen Strand zum Schwimmen und Entspannen einlädt. 

Das kam auch bei uns nicht zu kurz. Wir halfen aber zum Beispiel auch beim Bewässern der Obst- und Gemüsegärten oder haben Zeit mit den dort lebenden Kindern verbracht, entweder beim gemeinsamen Fußballspielen oder Schwimmen.

Danach begann unser erstes langfristiges Projekt: Deutschunterricht in der St. Maurus Chemchemi Secondary School in Sumbawanga. Das war zu Beginn eine große Herausforderung. Wir hatten schließlich beide noch keinerlei Erfahrung als Lehrer und zudem gab es dort vorher noch keinen Deutschunterricht. 

Wir mussten und müssen also das gesamte Konzept und den Aufbau des Unterrichts komplett selbst erarbeiten, was alles andere als leicht ist, da Deutsch als Fremdsprache sehr schwer zu lernen ist. Aber nach und nach kamen wir in das Thema ’rein und mittlerweile macht uns der Unterricht sogar relativ viel Spaß.Die Kinder hier sind willig zu lernen und größtenteils mit viel Motivation am Werk. 

Wie es danach weitergeht, werden wir sehen. Die Mentalität hier beruht sehr auf Spontanität und wir wissen selten weit im Voraus, was kommen wird. Aber genau das macht das ganze Abenteuer nochmal umso spannender und wir freuen uns auf das, was uns im Laufe unseres Jahres noch erwartet.

Jonas Brickl/Antonio Maurer

15.01.2023 - Bistum Augsburg , Mission