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Sternsinger gehen als „Bewegungsmelder Gottes“ zu den Menschen

Papierengel mit vielen Namen

SCHROBENHAUSEN – Mit dem Sternsingersegen auf dem Schrobenhausener Rathausplatz, dem Segen des Bischofs und Engelschokolade für alle anwesenden Sternsinger fiel der Startschuss zur Sternsingeraktion unter dem Motto „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit.“ 

Lange stand die diözesane Eröffnungsfeier der Sternsinger-Aktion  coronabedingt auf der Kippe. Doch anders wie im Vorjahr, als sie komplett ausfiel, feierte Bischof Bertram Meier am vergangenen Mittwoch mit rund 120 Sternsingern der Pfarreiengemeinschaft Schrobenhausen, Dekan Werner Dippel, Pfarrer Dominik Zitzler, Verbändereferent und BDKJ-Diözesanpräses sowie Ehrengästen in der Stadtpfarrkirche St. Jakob einen aufmunternden Wortgottesdienst.

So wie der Stern zu Bethlehem ein Bewegungsmelder sei, der anzeige, dass Gott da und mit uns unterwegs ist, um den rechten Weg zu weisen, so sollen die Sternsinger nun als Engel und Bewegungsmelder Gottes zu den Menschen gehen, gab der Bischof den Kindern und Jugendlichen mit, die ihre prächtigen Gewänder angelegt hatten und den Gottesdienst mitgestalteten. So hatten sie im Vorfeld Engel aus Papier gebastelt und ihnen Namen gegeben. Namen von Personen, die ihnen als Schutzengel zur Seite stehen, in Not helfen, Ideen geben oder sie in Krankheit und Schmerz in den Arm nehmen. Diese Engel hingen nun an Schnüren vor und im Chorraum von St. Jakob. Sternsingerin Cäcilia trug stellvertretend für alle ihre persönliche Geschichte vor und erinnerte an ihren Sportunfall. Ihren Engel widmete sie allen, die sich verletzt haben. 

Auch Bischof Bertram bekam einen Engel von den Ministranten geschenkt, den er Raphael, also „Gott heilt“, nannte. Seinen persönlichen Schutzengel habe er auf einer Autobahnfahrt aus Rom kennengelernt, als ein Reifen platzte. Der überwiegend jungen Zuhörerschar angemessen, plauderte der Bischof aus dem Nähkästchen, erzählte aus seiner eigenen Sternsingerzeit, wie er als Bengel – ausdrücklich nicht zur Nachahmung empfohlen – eine Stinkbombe gebastelt oder sich vom Lastenträger, der den Schlitten mit geschenkten Lebkuchen und Schokolade zog, zum König und schließlich zum Sternträger hochgearbeitet hatte.

Motto Gesundbleiben

„Der Stern ist auch ein Bewegungsmelder, ein Werkzeug Gottes“, sagte er. „Er ist wie das plötzlich aufleuchtende Licht im dunklen Gang und weist den Wegs“. Die Sternsinger, die sich nun sammelten, um zu den Menschen zu gehen, seien für ihn auch Engel. Vom Motto Gesundbleiben, das die Schrobenhausener Sternsinger auf die Coronasituation bezogen und mit pantomimischen Einlagen auf Händewaschen und Maskentragen veranschaulicht hatten, schlug Bertram Meier den Bogen nach Afrika, wo es den Kindern in vielen Ländern aufgrund fehlender Bildung, Armut und mangelnder Gesundheitsvorsorge hundsmiserabel gehe. Die Sternsinger setzten sich mit ihrer Aktion gerade für diese bedrohten Kinder ein. 

„Menschenkinder sind von Anfang unseres Lebens an vielen Gefahren und Verletzungen ausgesetzt“, hatte Stadtpfarrer Georg Leonhard Bühler eingangs gesagt und erzählt, dass Jesus schon als kleines Baby vom Tode bedroht gewesen sei, bis Gott einen Engel schickte, der ihn rettete. Zurück in die Gegenwart führte die Geschichte von Benson, dem Jungen auf dem Sternsingerplakat. Er lebe in einem kleinen Dorf im Südsudan und liege nun in einem Krankenhaus, das von der weltweiten Sternsingeraktion unterstützt wird. „Er lacht schon wieder, denn Benson hatte Glück im Unglück. Vielleicht war es auch ein Engel, der Benson beschützt hat, als er von einem hohen Mangobaum abgestürzt ist und sich verletzt hat“, erzählte ein Sternsinger. Andrea Hammerl

06.01.2022 - Feiertage & Brauchtum