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Basical: Wohngemeinschaft mit Jesus

„Ein Sprungbrett ins Leben“

AUGSBURG – Es startete als Pilot­projekt, fünf Jahre später hat es sich als Erfolgsidee erwiesen: Seit 2014 gibt es in der Diözese das „Basical“, ein christliches Orientierungsjahr. Gedacht ist es für junge Erwachsene, die nach Schulabschluss, Ausbildung oder Studium an einem Wendepunkt ihres Lebens stehen. Von Anfang Oktober bis Anfang Juli leben sie in einer Wohngemeinschaft zusammen.

„Unsere Basicals machen jeden Jahrgang einzigartig und besonders. Und das, was Jesus mit ihnen macht“, sagt „Basical“-Referentin Ulrike Zengerle. Für die zwölf jungen Frauen und Männer geht in diesen Tagen die gemeinsame Zeit in der WG im Augsburger Bischofsviertel zu Ende. Hinter ihnen liegen neun Monate, in denen sie mithilfe von Praktika, Seminaren und intensiver Begleitung an ihrer Persönlichkeit gearbeitet und besonders auch ihren Glauben vertieft haben. 

In der WG beginnt und endet jeder Tag mit einem Gebet. Gebetszeiten in der hauseigenen Kapelle sind fest eingeplant. Bei Bibelabenden spricht man viel über den Glauben.Er gibt dem Leben Struktur. Doch auch gemeinsam gestaltete Freizeit und Sport kommen nicht zu kurz. 

Das schätzt Gabriel (18) besonders. „Durch den Stunden- und Wochenplan kommt man in einen Rhythmus“, sagt er. Beeindruckt hat ihn auch die Reise ins Heilige Land, die einer der Höhepunkte des Orien­tierungsjahrs darstellt. „Vor allem der Gedanke, dass man an den Orten ist, an denen Jesus lebte“, erklärt er. 

Für Anna-Maria (20) war die missionarische Woche prägend. Dabei klingelten „Basical“-Teilnehmer, Ehemalige und Freiwillige an Haustüren einer Pfarrgemeinde, sprachen mit den Gemeindemitgliedern über den Glauben und luden diese zu einer Heiligen Messe ein.

„Man kann dabei über sich selbst hinauswachsen und wird auch fester im eigenen Glauben, wenn man andere überzeugen soll“, sagt Anna-Maria. Nach dem „Basical“ will sie ein Doppelstudium Soziale Arbeit und Pädagogik beginnen. Darin bestärkt, dass sie für den sozialen Bereich berufen ist, hat sie die Rückmeldung der Leiter.

Ein „Sprungbrett ins Leben“ war das „Basical“ auch für Luisa Stelzle. Die 21-Jährige hat das Orientierungsjahr 2016/2017 absolviert. Heute lebt sie als Tutorin in der WG und studiert in Augsburg Theologie. Pastoralreferentin will sie einmal werden. 

Halt durch den Glauben

„Der Glaube hat mir Halt gegeben. Auch die Beziehung zu Jesus, die ich intensivieren konnte“, sagt sie. „Das ist etwas, was mich danach voll getragen hat. Das ‚Basical‘ beeinflusst das Leben, aber in einer sehr schönen Weise.“ Theologie studieren jedoch nicht alle, betont Referent Tobias Riegger. Von Hebamme über Arzthelferin, Ingenieur, Zimmerer, Orgelbauer, Lehramtsstudenten seien viele Berufe dabei. 

Ins Leben gerufen wurde das „Basical“ von Domvikar Florian Markter und dem damaligen Regens des Priesterseminars, Martin Straub. Zwar hatte es schon zuvor viele Projekte für Jugendliche gegebe, „hier mal einen Abend, da mal ein Wochenende oder auch eine ganze Woche“, erklärt Zengerle, „aber nichts,  für Leute, die über längere Zeit eine Vertiefung erfahren wollen“. Am 1. Oktober 2014 zog die erste Gruppe ein. 

„Der Kreis der Bewerber ist relativ bunt“, schildert Désirée Heigl von der missionarischen Jugendpastoral. Manche hätten ministriert, natürlich seien aber nicht alle im Gebets- und Glaubensleben schon so gefestigt, dass sie gar keine Vertiefung mehr brauchten. Ein christliches Fundament hätten natürlich alle. 

In den vergangenen fünf Jahren wurde die Organisation ständig verbessert, an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst und ergänzt. Beispielsweise ist das Thema Identität jetzt als eigenes Seminar hinzugekommen. Bisher war die wichtige Frage „Identität – was heißt das?“ nur begleitend behandelt worden.

In den vergangenen Wochen war der Endspurt für die „Basicals“. Die Abschlussprüfung für das Zertifikat des Orientierungsjahrs stand bevor. Da hieß es: lernen. Für die Organisatoren läuft dazu die Planung für den kommenden Jahrgang schon auf Hochtouren. Für ihn sind alle Plätze bereits vergeben.

Das ist nicht verwunderlich: Es ist spürbar, wie sehr jeder Einzelne hier geschätzt wird. Der gute Kontakt wird auch nach Ablauf des Orientierungsjahrs gehalten: Beim traditionellen Generationenbrunch am 1. Mai sind Ehemalige eingeladen. „Ich weiß auch, ich kann hier ins Basical zurückkommen und habe hier etwas wie ein kleines Zuhause“, sagt Luisa.  

Lydia Schwab

Informationen: 

Telefon 08 21/31 66 23 34

www.bja-augsburg.de/Gemeinschaften/Basical-Christliches-Orientierungsjahr

26.06.2019 - Bistum Augsburg , Jugend