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Konzerttournee des Palawan-Kammer-Chors

„Ich danke Gott für meine Stimme“

WERTINGEN – Gott preisen mit dem Geschenk der Lieder, mit dem er uns gesegnet hat – damit beginnt der „Palawan Chamber Choir“ jedes seiner Konzerte. Natürlich wollen die jungen Sängerinnen und Sänger von der Insel Palawan im Westen der Philippinen mit ihrer Musik unterhalten, vor allem aber wollen sie die Botschaft von Gott übermitteln. 

Der Chor versteht es wirklich, das Glück der Musik zu vermitteln. Die 24 jungen Sänger sprühen vor Lebensfreude und begeistern mit exzellenten Stimmen, perfekt einstudierter Choreographie und farbenfrohen folkloristischen Kostümen. Die Darbietungen von Kirchenliedern, klassischen Stücken, Musicals oder Popsongs löst immer wieder Gänsehaut bei den Zuhörern aus.

Erklärter Lieblingshit der Mamas, Papas und Helfer aus Wertingen, wo der Chor eine Woche lang zu Gast war, war der Silbermond-Hit „Symphonie“, den der philippinische Chor extra auf Deutsch einstudiert hatte. Deswegen wurde dieser Hit auch beim tränenreichen Abschied am Meitinger Bahnhof noch einmal angestimmt, bevor die Chormitglieder mit der billigsten Zugverbindung nach Frankfurt zum Flughafen fuhren. Erst 30 Stunden später kamen sie in der Heimat an, im Gepäck viele interessante Erfahrungen und Begegnungen ihrer mehrwöchigen Konzertreise durch Deutschland. 

Darunter war auch eine stattliche Summe von den Konzerten auf der letzten und südlichsten Etappe, denn am Abschiedsabend auf der Wertinger Zusaminsel wurde zur großen Freude aller doch noch die 6000 Euro-Grenze überschritten. „In Wertingen sind die meisten Spenden zusammengekommen“, freut sich Corazon Grünthaler, die den Chor zum zweiten Mal hierher geholt hatte. Die 58-Jährige stammt von der Insel Palawan und kam 1983 nach Deutschland, wo sie heiratete und zwei Kinder bekam. Ihre alte Heimat hat sie aber nicht vergessen. „Solange ich kann, werde ich helfen“, versprach sie in ihrer sehr emotionalen Rede beim Hauptkonzert in der Pfarrkirche St. Martin in Wertingen. So suchte sie Gastfamilien, organisierte Sponsoren und Auftrittsmöglichkeiten, die sie in Unterthürheim, Dillingen, Höchstädt, Augsburg-Hochzoll und im Kloster Holzen fand. Außerdem organisierte sie Ausflüge wie zum Beispiel nach Ulm, wo der Chor vor dem Münster sang.

„Wir alle haben gemeinsam von dem Zusamstädtchen Wertingen aus die Welt für einige Kinder in meiner alten Heimat Palawan verändert. Sie bekommen täglich genug zu essen und dürfen in die Schule gehen“, betonte Grünthaler in ihrer Dankesrede, die alle Besucher sehr bewegte. In dem südostasiatischen Inselstaat ist jedes dritte Kind von Unter- oder Mangelernährung betroffen. Viele Menschen auf den Philippinen haben trotz der fruchtbaren Natur und der fischreichen Gewässer keinen Zugang zu einer ausgewogenen Ernährung. Manche Familien essen ausschließlich Reis, denn der ist preiswert und macht satt.

„Ich danke Gott für meine Stimme. So kann ich denen helfen, die mir lieb sind“, sagte ein Mitglied der Gruppe. Die meisten der Chormitglieder sind Studenten. Auch sie profitierten einst von der Spendenbereitschaft in reichen Ländern. Das „PCC Stipendienprogramm“ fördert arme und begabte Kinder und finanziert ihnen eine Schulausbildung. Das „PCC Pastoral Project“ kümmert sich um mittellose und vielfach missbrauchte Straßenkinder der Stadt, gibt ihnen Geborgenheit, ermöglicht ihnen eine Ausbildung, hilft bei der Gesundheitsvorsorge. 

Um etwas zurückzugeben, gehen die Sängerinnen und Sänger des Chores später regelmäßig auf Konzertreisen. Den Flug zahlen sie selbst, und für ihre Auftritte nehmen sie keine Gagen, bitten aber danach um Spenden. Bis heute trat der Chor schon in Singapur, Thailand, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, Spanien, den Niederlanden und den USA auf.

Im Forum des Wertinger Gymnasiums gab der Chor ein Konzert für die Fünft- und Sechstklässler. In der Woche zuvor hatte Corazon Grün­thaler die verschiedenen Klassen besucht und davon berichtet, wie Kinder auf den Philippinen leben. Auch einen kleinen Einblick in die Sprache Tagalog bekamen die Kinder. 

Besonders gefreut haben sich die Sechstklässler, die 2015 teilweise im Zuge der Vorbereitung ihrer Erstkommunion als Sternsinger unterwegs waren und Geld für die Philippinen gesammelt hatten, nun erneut etwas für arme Kinder in diesem Land tun zu können. Der Chor beantwortete Fragen der Schüler, sang mit ihnen gemeinsam ein philippinisches Volkslied und brachte mit ihnen in einem gemeinsamen Tanz das Forum zum Beben. Sandra Bauer

Information

Unter www.jb-music.de/shop/chormusik/gemischte-choere/palawan-chamber-choir.php kann man die kürzlich erschienene CD „Mission beyond music – 2018 Germany Konzerttour“ bestellen.

25.07.2018 - Bistum Augsburg , Weltkirche