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Diözesaner Weltjugendtag in Mindelheim

„Nicht auf sanftem Ruhekissen“

MINDELHEIM – Rund 300 junge Menschen sind zum diesjährigen Diözesanen Weltjugendtag ­(DWJT)­ nach Mindelheim ins Maristenkolleg gekommen. Gemeinsam stimmten sie sich auf den Weltjugendtag 2023 in Lissabon ein, der unter dem Leitwort steht „Maria stand auf und machte sich eilig auf den Weg“ (Lk 1, 39). 

Das dazu passende Motto des Treffens in Mindelheim „On the Road“ sollte zeigen: Die Zeichen für die jungen Christen in dieser herausfordernden Zeit stehen auf Aufbruch. So bestimmte auch Vorfreude auf den Weltjugendtag im kommenden Jahr das Couchgespräch zum Auftakt der Veranstaltung. 

Pfarrer Daniel Rietzler, Tim Gänsler, Veronika Halemba, Sonja Berktold und Johanna Schmid plauderten im „Wohnzimmer“ auf der Bühne über Gott und die Welt, über vergangene Weltjugendtage und die aktuellen Herausforderungen für junge Christen vor dem Hintergrund der Pandemie sowie des Angriffskriegs auf die Ukraine. 

Im Gespräch machten die jungen Leute deutlich, wie stark das Vertrauen in Gott und der christliche Glaube den Alltag bereichern und erfüllen können. So wurde das Gefühl greifbar, nicht allein zu sein, sondern vereint im Glauben an Gott Hürden zu nehmen. Dass das allen Zuhörern Freude und Mut machte, zeigte der langanhaltende Beifall. 

Im Anschluss konnten die Teilnehmer des DWJT in verschiedenen Workshops die eigene Kreativität erproben, diskutieren oder sich sportlich betätigen. Das Angebot war vielfältig und reichte vom Weihrauch-Memory bis zum Bemalen von Fliesen nach portugiesischen Mustern. 

Heiße Eisen in der Kirche

In der Turnhalle powerten sich die Teams beim Bubble Soccer aus. Beim Poetry Slam konnte sich erproben, wer einen mitreißenden Text auf der Bühne vortragen wollte. Im Workshop „Heiße Eisen in der Kirche“ wurden Themen wie der Zölibat, das Frauenpriestertum und die Haltung der Kirche dazu besprochen. Speziell für Firmlinge gab es das „Escape Game“, bei dem die Aufgabe darin bestand, innerhalb einer Stunde Chrisamöl herbeizuschaffen.

In der Pausenhalle warteten nicht nur Snacks und Getränke auf die Teilnehmer. Hier gab es auch eine Reihe von Infoständen rund um Themen aus dem Bistum wie beispielsweise das freiwillige Orientierungsjahr „Up“, das in Augsburg starten wird.

Ehe am Abend die bekannte Band „Koenige & Priester“ zum Konzert einlud, feierten die Jugendlichen gemeinsam eine rund zweistündige Vigil. Dazu kam Bischof Bertram Meier ins Maristenkolleg. Zu Beginn seiner Katechese legte er seinen Redetext beiseite, um sich an die jungen Menschen zu wenden und mit ihnen in den Dialog zu treten. „Ich möchte von Herz zu Herz zu euch sprechen“, betonte er. 

Mit Bezug zum Evangelium, das den Besuch der Gottesmutter Maria bei ihrer Verwandten Elisabeth schildert, stellte der Bischof die Frage in den Mittelpunkt, was Glaube bedeute, was ihn ausmache. Zunächst heiße Glaube, sich in Bewegung zu setzen, erklärte er. „Die Zeichen stehen auf Aufbruch“, erinnerte der Bischof an den unerschütterlichen Glauben Abrahams, der noch mit 75 Jahren in ein fernes Land zog, das ihm von Gott gezeigt wurde. 

„Abraham geht in ein fernes Land, weil er darauf vertraut, dass Gott mit ihm geht. Glaube läuft nicht auf dem sanften Ruhekissen eines Sofas. Für Glauben braucht man gutes Schuhwerk“, so der Bischof. Darüber hinaus mache Begegnung den Glauben aus. Gerade der Weltjugendtag lebe von der Begegnung, davon, miteinander auf Jesus zu schauen und einander die Geschichte des Glaubens zu erzählen. 

Wenn vieles bröckelt

Bischof Bertram führte weiter aus, dass Glaube letztlich Vertrauen bedeute. „Maria und Elisabeth vertrauten darauf, dass es Gott ist, der in ihr Leben eingreift.“ Gerade in schwierigen und dunklen Zeiten sei dieses Vertrauen unschätzbar. „Gott trägt durchs Leben. Auf ihn können wir bauen, wenn vieles bröckelt“, gab er den Jugendlichen mit auf den Weg.

Die Geschichte von Maria und Elisabeth ende mit dem Magnifikat, einem jubelnden Danklied, sagte der Bischof. Auch dieser Jubel gehöre dazu, der Dank für die eigene Berufung und die große Vorfreude auf das, was Gott mit jedem Einzelnen vorhabe.

Andrea Friebel

16.10.2022 - Bistum Augsburg