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Bauprojekt des St. Ulrichswerks

Diözese errichtet Wohnungen

AUGSBURG – In Augsburg wird derzeit viel gebaut, und das ist auch dringend notwendig, weil Wohnraum fehlt. Ein Sonderfall ist eine gerade entstehende Anlage mit 80 Wohneinheiten an der Gabelung der Wolfram- und der Theodor-Wiedemann-Straße. Bauherr ist das St. Ulrichswerk, ein Wohnbauunternehmen des Bistums Augsburg.

Dem St. Ulrichswerk gehören mehrere Wohnblocks entlang der Wolframstraße. Sie entstanden nach Aussage von Geschäftsführer Richard Metz kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Wohnungsnot – ähnlich wie heute, wenn auch aus anderen Gründen – groß war. Die Häuser sind nun zwischen 60 und 70 Jahre alt und entsprechen nicht mehr heutigen Standards. Das St. Ulrichswerk musste handeln. 

Es stellte sich heraus, dass eine umfassende Sanierung und ein Umbau der Wohnungen wesentlich teurer gekommen wären als ein Neubau. Das liegt nach den Worten des zweiten Geschäftsführers, Rudolf Mitterhuber, vor allem an den Vorgaben für Schall- und Brandschutz. Die Kosten des Bauvorhabens schätzt das Unternehmen auf 15,5 Millionen Euro.

Metz und Mitterhuber haben daher jetzt vor, die Häuser nach und nach abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen. Die Bewohner können auf diese Weise Zug um Zug in modernere Räume umziehen. Einen genauen Zeitplan gibt es aber noch nicht. Es wird Aufzüge bis ins oberste Stockwerk geben. Jede Wohnung verfügt über einen Balkon oder eine Terrasse und ist barrierefrei und rollstuhlgerecht. Die Wohnungen sind, wie schon bisher, in erster Linie für nicht so gut betuchte Mieter gedacht. Sie erhalten, gestaffelt nach Einkommensgrenzen, einen Mietzuschuss. Da der Begriff „Sozialwohnungen“ einen negativen Beiklang hat, spricht man von geförderten Wohnungen. 

In einem ersten Schritt wurden drei alte Wohnblocks abgerissen.Das St. Ulrichswerk baut bis Frühjahr 2020 eine neue, aus sechs Trakten bestehende Wohnanlage. Zwei der Häuser mit 28 Wohnungen sind bereits fertig. In sie konnten einige der Mieter umziehen. Jetzt laufen die Bauarbeiten für die vier übrigen Trakte mit dem Bau der Keller und der Bodenplatte. Es ist unter anderem eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen vorgesehen.

Das Gebäude ist aber nicht nur für die Bestandsmieter gedacht. Mitterhuber geht davon aus, dass nicht alle in die neuen Gebäude umziehen werden. Manche werden sich eine andere Wohnung suchen, andere wollen lieber so lange wie möglich in ihrer alten Wohnung bleiben. Es wird auch Fälle geben, in denen Mieter keinen Anspruch auf Förderung mehr haben. Damit wird es auch für andere Wohnungssuchende die Möglichkeit geben, in die Wohnanlage einzuziehen. 

Das St. Ulrichswerk baut etwas größer als vorher. Die Gebäude haben vier statt drei Stockwerke. Von einer Verdichtung der Fläche hat man aber laut Mitterhuber weitgehend abgesehen. Die einzelnen Blocks stehen relativ weit auseinander, und dabei soll es auch bleiben. Das Unternehmen wäre auch bereit, zusätzliche neue Wohnungen an anderen Standorten in der Stadt zu schaffen, verfügt aber dazu über keine Grundstücke.

Die Wohnanlage sollte eigentlich schon früher fertig werden. Dabei hat dem St. Ulrichswerk die rege Baukonjunktur einen Strich durch die Rechnung gemacht. Baufirmen mit freien Kapazitäten sind schwer zu finden. Die Situation hat unangenehme Nebeneffekte: Zum einen steigen die Baukosten, zum anderen muss aber nach den Worten von Mitterhuber die Qualität genauer überprüft werden, denn die Firmen setzen statt Facharbeitern zunehmend Hilfskräfte am Bau ein.

Andreas Alt

24.10.2018 - Bistum Augsburg