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Trotz Corona rasch bei Pax Christi hineingewachsen

Fachfrau für den Frieden

AUGSBURG – „Es fühlt sich gut an, bei Pax Christi die neue Friedensreferentin zu sein“, sagt Franziska Meszaros, die Anfang des Jahres dieses Amt von Christian Artner-Schedler übernommen hat. Sie sei schnell in die Stelle hineingewachsen, weil es trotz der Pandemie genug zu tun gegeben habe.

„Am Anfang habe ich viel über Videokonferenzen kommuniziert“, berichtet die 38-Jährige. Dabei konnte sie die Leute aus dem Augsburger Pax-Christi-Diözesanverband nicht in dem Maß kennenlernen, wie sie es sich eigentlich gewünscht hätte. Aber bei der Diözesanversammlung im Oktober, die „hoffentlich als Präsenzveranstaltung stattfindet“, soll das persönliche Kennenlernen nachgeholt werden.

Im Augenblick will sich Meszaros noch nicht festlegen, wie ihr künftiges Engagement aussehen soll. Auf jeden Fall möchte sie die schon bestehenden Schwerpunkte wie die Auseinandersetzung mit dem Rüstungsexport und die Unterstützung der Partnerorganisation in Bethlehem fortsetzen. „Wichtig sind mir Themen wie die ungleiche Verteilung der Lasten des Klimawandels und die globale Verantwortung der Länder des Nordens oder auch Geschlechtergerechtigkeit.“

Nach einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich machte Franzika Meszaros, die in Augsburg geboren wurde und im Landkreis aufgewachsen ist, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. Im Anschluss ging es 2004 im Rahmen eines Freiwilligendienstes für ein Kinder- und Jugendhilfeprojekt nach Uganda, wo man mit den Nachwehen eines Bürgerkrieges zu leben hatte. Da sei das „Samenkorn“ für ihr Interesse an der Friedensarbeit gelegt worden, bekennt Meszaros. „Ich habe das Gefühl bekommen, bisher in einer Blase gelebt zu haben.“

Sie war fasziniert von Menschen, die Frieden als Haltung gelebt haben. „Wie kommt es dazu,“ wollte die junge Frau wissen, „dass jemand einem anderen Gewalt antun kann?“ Als Franziska Meszaros wieder heimkehrte, begann sie in Marburg ein Bachelor-Studium der Sozialwissenschaften mit dem Nebenfach Konflikt- und Friedensforschung. Später sattelte sie ein Masterstudium in wissenschaftlicher Konfliktforschung an der Universität Augsburg drauf. Gerade arbeitet sie an einer Promotion.

Im Studium kehrte sie immer wieder zu Beratertätigkeiten nach Uganda zurück, wo sie insgesamt fünf Jahre verbrachte. „Das war für mich eine wertvolle Zeit“, resümiert die Friedensreferentin, die auch eine Ausbildung als Friedensfachkraft an der Bonner Akademie für Konflikttransformation, als Mediatorin und als Yogalehrerin absolviert hat.

Zuletzt arbeitete Franziska Meszaros in München beim Landesverband des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) als Landesreferentin in der Kinder- und Jugendhilfe, dann beim SkF in Augsburg als Referentin der Geschäftsführung. „Ich bin dem SkF immer noch sehr verbunden“, sagt sie. Auch dort werde eine Form von Friedensarbeit geleistet. 

Wer am Frieden arbeitet, der muss bei sich selbst anfangen, ist Franziska Meszaros überzeugt. Ohne Konflikte gehe es nicht. „Die Frage ist nur, wie man sie gewaltfrei löst.“ Für die Referentin ist es ein „Privileg“, sich sich beruflich für den Frieden einsetzen zu können. Nachdem sie behütet aufwachsen durfte, möchte sie der Welt mit ihrem Einsatz etwas zurückgeben. Gerhard Buck

30.07.2021 - Frieden