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In Derching wurde ein neuer Besinnungsweg angelegt

„Mitgehgedanken“ als Begleiter

DERCHING – Mit einem neuen Besinnungsweg lädt die Stadt Friedberg ein, die einzigartige Kulturlandschaft des Ortsteils Derching zu entdecken und sich dabei persönlich Gedanken über Stationen des Lebens zu machen. 

„Der Derchinger Besinnungsweg gibt uns die Möglichkeit, das eigene Leben auf den Prüfstand zu stellen“, erklärt Leonhard Knauer das Ziel des Projekts, das zum Nachdenken und Entdecken rund um Natur, Glaube, Gemeinschaft und Industrie einlädt. 

Als der Weg Anfang August fertiggestellt wurde, lagen rund zwölf Jahre intensiver Vorbereitung und Umsetzung hinter dem Vorstand des Derchinger Heimatkundevereins. 2010 stellte er seine Idee erstmals den Vereinsmitgliedern vor. Sie fand dort großen Anklang, ebenso wie beim Wittelsbacher-Land-
Verein und bei der Stadt Friedberg, die als Projektträger gewonnen werden konnte. Die Umsetzung und Finanzierung erforderte viel Geduld und Zeit, in der jedoch auch das Projekt reifen und wachsen konnte. 

So sind schließlich – wie bei einem Kreuzweg – 14 Stationen entstanden. Zu jeder gehören ein Objekt, eine Sitzgelegenheit sowie zwei Stelen mit Informationen und einem „Mitgehgedanken“, der zum Nachdenken, zur Besinnung und Reflexion einlädt. Die Hälfte der Objekte existierte bereits, wie etwa die Pestsäule, das Heiligenhäuschen St. Franziskus oder die Vertriebenengedenkstätte, andere wurden neu geschaffen. 

Sie alle erzählen von der regionalspezifischen Geschichte oder von landschaftlichen Aspekten, so dass Wanderer auf diesem Weg die Kulturlandschaft kennenlernen. Darüber hinaus möchte Knauer ihnen die Gelegenheit geben, dabei den Inhalt der „ganz persönlichen, imaginären Lebensbox, der Causa Vitae, zu entdecken“, die auch das Motto des Besinnungswegs ist. „Der Besinnungsweg bietet den Besuchern an, einige der Lebensinhalte in der Box zu überdenken, vielleicht zu ändern, anzupassen oder sogar ganz zu entfernen.“

Ob man sich allein, in der Familie oder mit einer Gruppe auf den Weg macht – die Tour ist in jeder Hinsicht bereichernd. Wissenswertes wird interessant verpackt: vom superreichen Römer und seinem besonderen Vermächtnis über die Schöpfquelle bis hin zur technischen Revolution, um nur einige Beispiele zu nennen. Manche Themen wie Flucht und Vertreibung, Frieden in Freiheit, Schutz und Herberge oder Glaube als Geschenk für die Menschen sind hochaktuell. Und dementsprechend auch die Fragestellungen: Bin ich bereit zu helfen? Was ist mein Beitrag zum Frieden? Bin ich offen für eine Neuausrichtung aus dem Glauben? 

Der Weg erstreckt sich über knapp zwölf Kilometer. Er kann auch in Teilstücken begangen werden und ist teilweise barrierefrei. 

Die erste Station befindet sich beim Friedhof hinter der Pfarrkirche Mariä Empfängnis am Liebfrauenplatz in Derching. Am Parkplatz dort sowie an zwei weiteren gibt es Informationstafeln mit Routenbeschreibung, Faltblättern und QR-Code zur Route, ebenso unter www.friedberg.de. 

Rund 130 000 Euro wurden aufgewendet, um den Weg zu realisieren, 54 000 Euro konnte der Wittelsbacher-Land-Verein über Fördermittel aus dem „Leader“-Programm finanzieren. Außerdem beteiligten sich die Stadt Friedberg, der Erholungsgebieteverein Augsburg und ortsansässige Firmen an den Kosten und Arbeiten. Zur Freude von Knauer erbrachte auch der Heimatkundeverein viel Eigenleistung. „Das ist nicht selbstverständlich und ich bin besonders stolz auf das Engagement unserer Jugend.“

Dagmar Weindl 

28.08.2022 - Bistum Augsburg