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Ohne Kirchenpflegerin läuft nichts

Herrin über alle Konten der Pfarrei

BURGAU – „Ich mache das, damit ich mit jungen Leuten zusammenkomme“, sagt die 70-jährige Monika Tippel. Sie kandidiert nach sechs Jahren Amtszeit wieder für den Posten der Kirchenpflegerin in ihrer Heimatstadt Burgau, Kreis Günzburg. 

Zu den sieben Gebäuden, die Tippel dort zu verwalten hat, gehören neben Kirchen und Kapellen das Pfadfinderhaus Sankt Georg, das Pfarrzentrum Albertus-Magnus-Haus und der Kindergarten Heilig Kreuz. An dem Ehrenamt schätzt sie, dass sie ihr berufliches Fachwissen als ehemalige Verwaltungsangestellte im Finanzamt einbringen kann. „Damit hat mich der damalige Pfarrer Martin Finkel für das Amt geködert“, erzählt sie. 

200 Haushaltsstellen

Der Kirchenpfleger oder die Kirchenpflegerin hat die Vollmacht über die Konten der Kirchengemeinde. Alle Rechnungen für die Pfarrei, diverse Anschaffungen für die Kirche und das Pfarrheim sowie verschiedene Baumaßnahmen werden vom Pfarrer zur Zahlung angewiesen und vom Kirchenpfleger oder der Sekretärin überwiesen. In Burgau gibt es etwa 200 Haushaltsstellen. Die entsprechende Haushaltsstelle muss auf allen Rechnungen, Ausgaben und Einnahmen angebracht und ersichtlich sein. Dann werden sie an die Diözese zur Verbuchung weitergegeben.    

Das Projekt, das Monika Tippel in ihrer letzten Amtszeit am meisten beschäftigt hat, war ein Wasserschaden im Pfarrzentrum Albertus-Magnus-Haus. Infolgedessen musste dort der Fußboden ausgetauscht werden sowie einige defekte Heizkörper. Auch Jalousien wurden ersetzt. Als Sorgenkind entpuppte sich in ihrer letzten Amtszeit der pfarreieigene Kindergarten Heilig Kreuz.

Ursprünglich war eine Generalsanierung angedacht, mittlerweile ist aber klar, dass ein Neubau notwendig ist. Dieser soll über zwei zusätzliche Kindergartenplätze sowie eine zweite Krippe verfügen. Die Kirchenverwaltung steht bereits in Verhandlungen mit der Diözese, der Stadt und dem Architekten. Dies ist das Projekt, das sie in ihrer neuen Amtszeit als erstes anpacken will.

Bei den baulichen Angelegenheiten ist Monika Tippel den anderen Mitgliedern der Kirchenverwaltung für die Unterstützung sehr dankbar. „Die Verwaltung liegt mir, die Bauarbeiten eher nicht“, erzählt sie. Damit die Assistenz bei den baulichen Aufgaben bestehen bleibt, fände sie es gut, wenn noch mehr Pfarreimitglieder bereit wären, für die Kirchenverwaltung zu kandidieren.  Außerdem sind ihr die Pfarrsekretärinnen eine große Hilfe bei der Buchführung. So sind sie für die Abrechnung der Barkasse zuständig, die am Monatsende von der Kirchenpflegerin überprüft und unterschrieben wird.

Hilfe durch Erfahrung

 Ein weiterer Grund, warum Monika Tippel für eine neue Amtszeit kandidiert, ist der Pfarrerwechsel, der vor kurzem stattfand. Der bisherige Stadtpfarrer und Dekan Martin Finkel wechselte nach Bad Hindelang. Sie möchte, dass der neue Oberhirte der Pfarreiengemeinschaft Burgau, Simon Stegmüller, eine erfahrene Kirchenpflegerin an seiner Seite hat. Vor ihrer Zeit als Kirchenpflegerin war Monika Tippel als Vorsitzende der Burgauer Kolpingfamilie aktiv. Martin Gah

Information

Am 18. November findet in allen Kirchengemeinden der Diözese die Neuwahl der Kirchenverwaltung statt. Wählen dürfen Katholiken, die das 18. Lebensjahr vollendet und ihren Hauptwohnsitz in der entsprechenden Pfarrei haben.