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Kirchliche Fachakademie für Sozialpädagogik in Dillingen stockt auf

Für künftige Erzieher

DILLINGEN – Bei einem Gottesdienst in der Basilika St. Peter in Dillingen an der Donau gratulierte Bischof Bertram Meier der dortigen Fachakademie für Sozialpädagogik dazu, dass sie „aufgestockt“ hat. Bei der Komplettsanierung wurde ein Satteldach zu einem Flachdach umgewandelt. Dadurch entstanden drei neue Klassenzimmer, davon ein Kunstraum, und ein Schüler-Aufenthaltsraum. 

Eine Vorgängerin der Fachakademie wurde 1913 von den Dillinger Franziskanerinnen gegründet. Heute bildet die Einrichtung Absolventen der mittleren Reife zu Erziehern und Kinderpflegern aus. In ergänzenden Studiengängen können die fachgebundene Hochschulreife und die allgemeine Hochschulreife erlangt werden. Seit 2000 ist die Einrichtung Teil des Schulwerks der Diözese Augsburg.

Offenes Herz 

Die Studenten brachten sich in die Feier ein. Der Chor umrahmte den Gottesdienst und die Segnung des neuen Hauses mit neuen geistlichen Liedern und Gospels. Im Gottesdienst fungierten Studenten als Lektoren und brachten in Fürbitten ihre Wünsche für die Schule vor. Dazu gehörten ein offenes Herz für alle Mitglieder der Schulfamilie sowie ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben. Den Kindern, die die künftigen Erzieher betreuen, wünschten sie Liebe und Geborgenheit.

Im Gottesdienst beschäftigte sich der Bischof mit dem Tagesheiligen. Passend zu einem Fest für Studenten war dies ein Mann, der die Jugend begeistern konnte, nämlich Papst Johannes Paul II. Diesem war der Augsburger Oberhirte während seiner Studienjahre in Rom und später während seiner Arbeit in der deutschsprachigen Abteilung des Vatikans oft begegnet. Den Studenten gab der Bischof ein Wort des früheren Papstes mit auf den Weg: „Das Wort, das heute das Denken der Menschen am meisten bestimmt, lautet: Ich.“ Die Arbeit des Sozialpädagogen führe den Menschen hinaus aus seiner Ichbezogenheit, so der Bischof. 

Vor der Segnung des Hauses versprach der Schulleiter Werner Eitle, mitzuhelfen, dass die Studenten zu „lebendigen Steinen“ würden. Der Bischof erinnerte daran, dass Gott dem Menschen die Fähigkeit gab, die Ordnung seiner Schöpfung zu erkennen und zu erforschen und die Fähigkeit, seine Anlagen zum Dienst an den Mitmenschen zu entfalten.

Die gesamten Baukosten betrugen 3,6 Millionen Euro, davon übernahm das Schulwerk 1,65 Millionen, die Diözese 1,95 Millionen. Schulwerksdirektor Peter Kosak erzählte von der Zeit zu Beginn der Baumaßnahmen im September 2020. Damals wurde der Unterricht vorübergehend in mehrere Container ausgelagert. Aufwendig war auch die Schaffung geeigneter Zufahrtswege auf der Baustelle. Schmutz und vor allem der Baulärm beeinträchtigten den Unterricht.

Weitere Baumaßnahmen 

Die Bauarbeiten sind noch nicht zu Ende: Es wird noch eine Dreifachturnhalle gebaut und eine Mensa für den Komplex der Bonaventura-Schulen mit Gymnasium, Fachoberschule, Realschule und Fachakademie. Werner Eitle dankte den Reinigungskräften und Hausmeistern, die während der Bauarbeiten viel zu tun hatten. Zudem ging sein Dank an die Architekten, die örtlichen Behörden, die Regierung von Schwaben und das St. Ulrichswerk.

Martin Gah

07.11.2021 - Bistum Augsburg , Schule