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Lauschtour ums Kloster Holzen

Mit den Ohren entdecken

ALLMANNSHOFEN – Mit der Lauschtour, die rund um das Kloster Holzen (Kreis Augsburg) führt, kann man unter dem Motto „Zwischen Himmel und Erde“ an mehreren Stationen besondere Details des einstigen Benediktinerinnen-Klosters, das heute im Besitz des Dominikus-Ringeisen-Werks ist, kennenlernen. 

Hörspaziergänger erfahren Wissenswertes über die üppigen Stuckarbeiten, Deckenfresken und Reliquien-Altäre in der Barockkirche und können durch die Gartenanlage schweifen. In gemütlichem Gang dauert die rund 1,5 Kilometer lange Tour 45 Minuten bis eine Stunde. 

Los geht’s am Wegweiser vor dem Hotel, das im einstigen Kloster eingerichtet wurde, und schon wird man mit dem Muhen von Kühen, dem Grunzen von Schweinen und dem Wiehern von Pferden zurückgeführt in die Zeit, als es im Kloster Holzen noch bis in die 1980er Jahre einen Stall samt Getreidespeicher gab. Der Dillinger Kreisheimatpfleger Alois Sailer erklärt im Audioführer, wie autark das zur Blütezeit 50 Nonnen umfassende Klosterleben einst funktionierte. Selbst Kenner des Anwesens werden mit dem audiovisuellen Rundgang das ein oder andere Neue entdecken.

1710 wurde das Kloster fertiggestellt, erfährt der Lauscher an der dritten Station „Torbogen“, und auch, wie die erste Äbtissin, Maria Hildegard Catharina von Haslang zu Hohenkammer, durch halb Europa reiste, um Geld beim Adel und in Klöstern zu sammeln, damit es gebaut werden konnte. 

Nachdem das Kloster von Napoleon geschlossen worden und später ein Schloss für den Adel war, wurde es 1927 von Franziskannerinnen der St. Josefs-Kongregation aus Ursberg wiedereröffnet. Die Kongregation baute eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung auf, die an der neunten Station beschrieben wird.

Eine Station zuvor wird die – nach dem Holzner Jesulein auf einem Seitenaltar, dem man Wünsche vortragen kann, und der romantisch gelegenen Lourdesgrotte – dritte Wallfahrtsstation, die Loretto-
Kapelle, erklärt. Hier gibt es eine Heilige Stiege, die man betend auf Knien erklimmen kann. 

Beim Abstecher zu den Streuobstwiesen bekommt der Zuhörer von Hoteldirektor Philipp Flamm in der Lauschtour ausdrücklich die Erlaubnis, sich einen Apfel vom Baum zu nehmen. Kunst, Kulinarik und Kirchliches sind also bei dem Spaziergang vereint.

Wer noch Zeit hat, kann die Lauschtour weitergehen in den nahe gelegenen Ort Allmannshofen. Die vier Kilometer lassen sich in etwa einer Stunde zurücklegen. An den Stationen zehn bis 15 lernt man die frühere Getreidemühle des Klosters kennen und wird auf einen Feldweg Richtung Allmannshofen geführt. Dort kommt man zum Kreuzweg am St. Moritzberg, zur St. Moritzklause und am Ende der Tour zum Geheimnisvollen Kreuz.

Für die Lauschtour ist ein Smartphone nötig, das man sich auch im Hotel Kloster Holzen gegen Vorlage des Personalausweises ausleihen kann. Die kostenlose App kann man sich unter dem Stichwort Bayerisch-Schwaben-Lauschtour herunterladen. Die Tour kann gespeichert werden, so dass beim Rundgang kein Internet-Empfang mehr nötig ist. Die Beiträge zu den Stationen sind kurzweilig und lebendig gestaltet.

Marion Buk-Kluger

05.09.2018 - Bistum Augsburg , Historisches