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Margaretenkapelle ist nach Brand wiederhergestellt

Jesulein zurückgekehrt

MÖDINGEN – Lächelnd schaut sich Schwester Eva Ortner in der Margaretenkapelle im Kloster Maria Medingen in Mödingen (Kreis Dillingen) um. „Im Großen und Ganzen ist die Renovierung nach diesen fünfeinhalb Jahren abgeschlossen“, sagt die Oberin und fügt hinzu: „Maria Medingen leuchtet wieder.“ 

Dabei zeigt sie auf das große Deckengemälde aus dem 18. Jahrhundert, das Ereignisse aus dem Leben der seligen Margareta Ebner zeigt. Sie weist auf den Hochaltar, auf die weiß-goldenen Chörlein-Gitter und die golden glänzenden Verzierungen im Rokoko-Stil, die im Licht strahlen. Alles wurde von den Restauratoren mit viel Können und Liebe zum Detail wiederhergestellt, weshalb Sr. Eva meint: „Fünf Jahre haben die Besten daran gearbeitet.“

Anfang Juli 2015 wurden Teile des Klosters durch ein Feuer zerstört, eine Schwester starb. Untersuchungen ergaben, dass das Feuer von einer brennenden Kerze in einem Nebenraum der Sakristei ausgegangen war. Inzwischen führt eine neue Treppe zur Empore der Margaretenkapelle.

Den Weg habe auch das Feuer genommen, was laut Schwester Eva die große Zerstörung im oberen Bereich erklärt. Heute sind Brandschutztüren eingebaut. Die Tür zur Sakristei wurde anhand von Fotos rekonstruiert, „aus dem Nichts“, stellt Sr. Eva angesichts der Schönheit der Holz-
intarsien beeindruckt fest.

Die Wallfahrtskirche konnte schon im Oktober 2016 wiedereröffnet werden, die Restaurierung der Margaretenkapelle dauerte länger. Nach dem Brand hatte keiner zu hoffen gewagt, dass das große Fresko in der Margaretenkapelle, das über und über mit Ruß bedeckt war, wieder im Original hergestellt werden könne. Doch ein neuartiges Spezialverfahren machte dies möglich. 

Das Fresko auf der Empore dagegen musste neu gemalt werden. In einer Vitrine am Ausgang können Teile des verkohlten Putzes und Stucks betrachtet werden. Schautafeln unter der Empore der Wallfahrtskirche zeigen die Ausmaße der Schäden und den Ablauf der Restaurierung.

In Obhut gewesen

Auch das Jesulein und das Kreuz der seligen Margareta, die 1291 in Donauwörth geboren wurde, mit etwa 15 Jahren ins Kloster Maria Medingen eintrat und mit 60 Jahren starb, steht wieder in seinem Schrein am Altar. Nach dem Brand hatten die Franziskanerinnen es in die Obhut der Schwestern von St. Clara in Dillingen gegeben, wie schon die Dominikanerinnen während der Reformationszeit. Margareta hatte es am Stephanstag des Jahres 1344 von Freunden aus Wien in einer Wiege geschenkt bekommen.

Die gelungene Restaurierung freut die 17 Schwestern, die heute im Kloster leben. Auch zahlreiche Besucher kommen, erzählt Sr. Eva: „Sie schauen das Kunstwerk an, aber auch viele Pilger sind dabei.  Sie knien sich hin, berühren das Grab und beten.“ Votivtafeln in der Kapelle zeugen von der jahrhundertelangen Verehrung und dem Vertrauen auf die Fürbitte der seligen Margareta.

Brigitte Bunk