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Maria-Ward-Gymnasium startete zu Ostern eine Aktion zur Corona-Krisenzeit

Schüler schreiben an Senioren

AUGSBURG  – „Homeschooling“ oder „digitales Lernen“: Mit diesen Begriffen haben sich Schüler, Eltern und Lehrkräfte in den Wochen vor den Osterferien auseinandergesetzt. Für alle ist die Schule daheim eine ungewohnte Situation. Die Schulwerksschulen in der Diözese Augsburg können sie dank ihrer digitalen Ausstattung gut meistern. 

Die Schüler erhalten ihre Aufgaben, die bis zum Ende der Woche digital abgegeben werden müssen. Bei Rückfragen können sie sich an die Lehrkräfte wenden. Videokonferenzen geben ein kleines bisschen „Schulgefühl“ zurück. Aber Schule ist natürlich mehr: Dort trifft man Freunde, verwirklicht gemeinsam Projekte, feiert Schulgottesdienste und verbringt gemeinsam Besinnungstage.

Das Maria-Ward-Gymnasium in Augsburg startete deshalb eine Oster­aktion, die auf eine Idee von Markus Moder, Fachbereichsleiter für Schulpastoral im Bistum Augsburg, zurückgeht. Sie sollte das „Schulgefühl“ für Menschen sichtbar machen: Die Schule hilft in der Corona-Krisenzeit. Die Idee war, dass die Schüler an sieben Augsburger Altenheime Briefe schreiben, um den Menschen dort Hoffnung zu geben und für Abwechslung zu sorgen. Denn die Senioren dürfen seit Wochen keinen Besuch mehr empfangen. Den Kontakt zu den Einrichtungen hat die Seniorenseelsorge im Bistum Augsburg vermittelt.

Schulleiterin Susanne Kofend, Stellvertreterin Christine Schmid-Mägele und die Mitarbeiterin der Schulleitung Katrin Stanner setzten die Idee in die Tat um. Mit einem Elternbrief baten sie um Unterstützung. Die Resonanz von Schüler- und Elternseite war durchweg positiv, und auch das Lehrerkollegium signalisierte Zustimmung. Susanne Kofend erläutert: „Tue Gutes und tue es gut“ – diesen Spruch von Mary Ward haben unsere Schülerinnen und Schüler in beeindruckender Weise umgesetzt. Ich danke ihnen allen für ihr Engagement und bin stolz auf sie.“ 

Auch Peter Kosak, Direktor des Katholischen Schulwerks in der Diö­zese Augsburg, freut sich: „Ich bin richtig stolz auf diese außergewöhnliche Aktion am Maria-Ward-Gymnasium Augsburg. Hier zeigt sich eindrücklich, dass katholische Schulen gerade in diesen schwierigen Zeiten den Blick – über das digitale Lernen hinaus – auf verantwortliches Handeln, auf Nächstenliebe, kurz auf den Menschen, richten. Da kann ich nur sagen: Charaktertest bestanden.“

„Nicht mehr so einsam“

„Mit jedem Brief und Bild, das in den Alten- und Pflegeheimen ankommt, geht dort die Sonne ein bisschen auf und die Menschen fühlen sich nicht mehr so einsam. Sowohl den Organisatoren als auch den Schülerinnen und Schülern gilt meine Anerkennung für das große Engagement“, sagt Moder.

Auch sonst zeigen Schüler Einsatz: Die Schülermitverantwortung drehte für die Mitschüler ein Video mit Tipps, wie sie sich die Zeit vertreiben können. Und die Lehrkräfte grüßten mit einer Bildercollage. Sie wünschten viel Spaß beim Eiersuchen, die der Osterhase trotz Corona-Krise brachte. csm