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Aktion des Bonifatiuswerks wurde in Augsburg eröffnet

Mit Nikolaus der Puppenkiste

AUGSBURG – Seit zwei Jahrzehnten setzt sich das Bonifatiuswerk im Advent für eine „Weihnachtsmannfreie Zone“ ein. Es mahnt zur Rückbesinnung auf den heiligen Bischof Nikolaus mit seiner Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und Zugewandheit den Bedürftigen gegenüber. Zum 20. Jubiläum der Aktion trafen sich gut 500 Schulkinder und Jugendliche mit Bischof Bertram Meier zum Eröffnungsgottesdienst im Dom. Zu Gast war auch eine Nikolaus-Marionette aus der Augsburger Puppenkiste.

Ein kurzes Theaterstück aus der Überlieferung zum heiligen Nikolaus stellte einen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart her. Kinder der Augsburger St.-Georg-Grundschule und der Bischof-Simpert-Grundschule spielten die Legende vom Kornwunder nach: Der heilige Nikolaus nahm für die nach einer großen Dürre hungernden Menschen in der Stadt Myra Getreide von Schiffen aus dem Hafen. Trotzdem fehlte kein Gramm Korn, als die Ladung an den König ausgeliefert wurde.

Bischof Bertram wies auf die schwierige Lage vor allem in den Ländern des globalen Südens hin. Durch den Ukrainekrieg und die russische Blockade ukrainischer Getreideexporte sei die Ernährung der Menschen dort nicht gewährleistet. Er unterstrich, dass fortlaufend Verhandlungen nötig seien, um die Getreideexporte kontinuierlich sicherzustellen.

Ein besonderer Gast im Gottesdienst war der Bischof Nikolaus in Gestalt einer Marionette der Augsburger Puppenkiste. Mit Bischof Bertram tauschte sich der heilige Nikolaus an Fäden angeregt über die Rolle eines Bischofs aus.

Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks, freute sich über das Zeichen der Solidarität mit den Kindern in der vom Krieg verwüsteten Ukraine, die in den Friedensfürbitten zum Ausdruck kamen. Moderiert vom Kinderkanal-Sprecher Juri Tetzlaff zeigten Kinder im Gottesdienst bunte, selbst gestaltete Friedensbilder. Besonders berührend äußerte ein Junge aus der Ukraine auf Deutsch seinen Wunsch nach Frieden: „Ich wünsche mir, dass es keinen Krieg mehr gibt!“ 

Nach dem Auftaktgottesdienst machten sich die 500 Kinder in einem langen Zug vom Dom aus auf den Weg durch die Augsburger Innenstadt. „Zusammen für den Frieden“ lautete das Motto, das auf dem Friedensmarsch-Transparent neben einem Bild des heiligen Nikolaus zu lesen war. Am Elias-Holl-Platz hinter dem Rathaus versammelten sich zum Abschluss alle nochmals in einer großen Runde. Hier überreichte Austen eine Spende von 5000 Euro an den Flüchtlingsbeauftragten im Bistum Augsburg, Diakon Ralf Eger.

Die Solidarität besonders mit den Kindern im Ukrainekrieg steht dieses Jahr im Vordergrund der Nikolausaktion. Der Heilige gilt als Freund der Kinder und als Nothelfer aller Menschen. 

Das Bonifatiuswerk besteht seit 1849 und unterstützt die katholische Diaspora vor allem in Nordeuropa und im Baltikum. In Deutschland ist es aufgrund seiner Initiative „Weihnachtsmannfreien Zone“ gegen Konsum und für wahren Glauben bekannt. Die Aktion wird jedes Jahr in einer anderen deutschen Stadt eröffnet.

Annette Zoepf

11.12.2022 - Bistum Augsburg