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Neuer Meditationsweg in Welden

Das Leben als Geschenk

WELDEN – Vor kurzem wurde in Welden (Kreis Augsburg) ein neuer Meditationsweg eröffnet. Er lädt dazu ein, anhand von Naturschönheiten des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder und neu entstandener Kunstwerke über das eigene Leben nachzudenken. 

Auf die Idee zu dem Weg kam Barbara Kugelmann. Ihrer Ansicht nach resultieren viele Krankheiten daraus, dass Menschen zu wenig Dankbarkeit gegenüber dem Leben empfinden. Daher soll der Weg helfen, das Leben als ein Geschenk zu betrachten.  

Bei akuten physischen Beschwerden oder schweren psychischen Krisen ist es empfehlenswert, einen Arzt oder Psychiater aufzusuchen. Ergänzend dazu ist der Weg ein gutes Angebot für Psychohygiene. Auch spirituelle Impulse kommen nicht zu kurz.

Der Pfad beginnt beim Brunnen am Rathaus. Hier lautet die These: Wenn mein Kraftspeicher gut gefüllt ist, geht es mir gut. Die Frage dazu heißt: Wo ist meine Kraftquelle? 

Metapher für das Leben

Die zweite Station heißt „Aufstieg“. Es geht eine steile Holztreppe hinauf, Einheiten von zwei bis sieben Stufen sind mit Geländer versehen, dazwischen ist das Geländer unterbrochen. Ist das eine Metapher für den Fluss des Lebens, der manchmal unterbrochen zu sein scheint? Oder dafür, dass manches im Leben in Etappen stattfindet, zum Beispiel die Schullaufbahn? 

Hat man die Treppe erklommen, gelangt man zur Kirche St. Thekla, die seit 1931 zum benachbarten Karmelitinnen-Kloster gehört. Die weiteren Stationen führen darum herum. Das Gotteshaus steht auf dem Meditationsweg für den Dreiklang aus Glaube, Hoffnung und Liebe, die vom Apostel Paulus im ersten Korintherbrief genannten Tugenden. 

Zum Meditationsweg gehört auch eine Allee, die der Vater des Dichters Ludwig Ganghofer pflanzte. August Ganghofer war von 1859 bis 1873 Revierförster in Welden. Dort stehen die Bäume der Liebe, Winterlinden. Mit ihren kräftigen Stämmen schaffen sie Geborgenheit und erinnern an die Freunde, die einem im Leben zur Seite stehen. 

Die folgende Station löst gefühlsmäßig eher Unbehagen aus und macht bewusst, dass man sich in einem Naturpark befindet. Die drei Teile eines zerbrochenen Baumes bilden schroffe Formen. Sie symbolisieren die Brüche des Lebens. 

Auch die Klostermauer der Karmelitinnen ist in den Meditationsweg integriert. Sie steht für die Grenzen, die andere setzen. Sie zeigt aber auch, dass man dem Negativen im Leben auch positive Seiten abgewinnen kann. Denn ein Teil der grauen Mauer wurde vom Jugendtreff Welden mit einem farbenfrohen Graffiti versehen. Dadurch wird diese Stelle zu einem Wohlfühlort. 

Danach wird – auf dem Rückweg – der Aufstieg von der zweiten Station des Wegs zum Abstieg. Die 18. und letzte Station ist ein Rastplatz mit Blick über den Verkehrsfluss des Dorfes und auf einen Kreis von Steinen. Sie ist dem gewidmet, was im Leben noch entstehen kann. Ist die Zukunft das Schlussstück des Kreises oder das, was im Fluss des Lebens noch vor uns liegt?

Die Strecke ist 1,6 Kilometer lang und beginnt am Rathaus. 13 der 18 Stationen sind barrierefrei zugänglich. Die Wegführung ist offen, das heißt, man muss sich nicht an die Abfolge der Stationen halten. Das Logo mit einer weißen Blume auf orangem Grund hilft bei der Orientierung. 

Zu den Stationen sind auf der Internetseite der Marktgemeinde Welden Texte und Musik zu hören – oder direkt am Weg durch das Einscannen von Handycodes. Die Geistlichen der evangelischen und der katholischen Gemeinde haben sich als Sprecher beteiligt. Bei der Umsetzung des Wegs wirkten der Bauhof, das Entwicklungsforum Holzwinkel, die Gemeinde, ein vierköpfiger Arbeitskreis und der Jugendtreff Welden mit.

Martin Gah

10.01.2021 - Bistum Augsburg