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Heimatmuseum Günzburg präsentiert kunstvolle Exemplare

Ostereier aus aller Welt

GÜNZBURG – Rudolf Kombosch, zweiter Vorsitzender des historischen Vereins der Stadt Günzburg, ist ein großer Sammler von Volkskunst. Deshalb konnte das Günzburger Heimatmuseum bei der aktuellen Sonderschau „Oval“ aus dem Vollen schöpfen. Denn zu Komboschs Sammlung gehören rund 2000 Ostereier, die nun zu sehen sind.

Die Herkunft der Eier ist breit gefächert: Sie kommen aus Bayern, Hessen, von der slawischen Minderheit der Sorben in Ostdeutschland, aus Osteuropa, China und Japan. Auch die Dekorationstechniken sind vielfältig: Es finden sich Arbeiten mit Farbe, Stroh, Draht, Papier, Wolle und Scherenschnitten. Die sogenannten Kurbeleier haben einen Schlitz in der Schale und eine Kurbel an der Seite. Daraus kann man einen Papierstreifen mit Bildern biblischer Geschichten abrollen. Ferner werden Eierzyklen mit den 14 Kreuzwegstationen gezeigt. 

Bei der Dekoration einiger Eier wurde mit Wachs und Sauerkraut gearbeitet. „Dabei deckte man zunächst einige Teile der Schale mit Wachs ab, auf denen ein Muster zu sehen sein soll. Danach legte man das Ei in Sauerkrautwasser ein. Dieses ätzte alles weg, wo kein Wachs drauf war“, erklärt Museumsleiter Raphael Gerhardt. 

Auch die gestalterischen Motive haben eine große Bandbreite: Ornamentik, biblische und weltliche Geschichten, Texte und Gebete, aber auch Abstraktes. Zum Beispiel werden Eier aus Tschechien in verschiedene Teile mit unterschiedlichen Formen zerlegt. Eier aus China sind völlig frei von christlichen Motiven und nicht von Hühnern gelegt, sondern aus Stahl und Glas. Ihre Bemalung zeigt Schmetterlinge und Blüten.

In Polen stattet man die Ostereier mit Papierhenkeln aus, weil man sie dort auch in den Christbaum hängt. Die Motive verbinden Ostern und Weihnachten. So wird ein Ei in zwei Hälften geteilt. Auf die linke ist das Jesuskind gemalt, auf die rechte das Lamm Gottes. 

Die Darstellungsformen der sorbischen Eier sind breit aufgestellt. Teilweise zeigen sich Kinderwelten, etwa bei einem Teddybär mit einem Herz auf dem Rücken und bei einer Hasenschule. Es gibt aber auch filigrane Ornamentik und einen schwarz gezeichneten Baum auf den sorbischen Eiern. Zwei davon sind mit einem Theatervorhang bemalt und aus der Eierschale sind Figuren ausgeschnitten. Einmal ist das Märchen „Hänsel und Gretel“ zu sehen, einmal eine Krippenszene mit den Heiligen Drei Königen. 

Die Ausstellung hat zwei Elemente zum Mitmachen: Zum einen können Kinder und Erwachsene in den Museumsräumen Schokoladeneier
suchen und mit nach Hause nehmen. Zum anderen sind alle Besucher aufgefordert, daheim selbst ein Osterei zu gestalten und mitzubringen. Die Eier werden dann im Museum an einen Osterstrauß gehängt. 

Martin Gah

Information

Die Ausstellung „Oval“ ist bis 24. April Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr im Heimatmuseum Günzburg zu sehen. Außerdem können Führungen mit dem Sammler Rudolf Kombosch gebucht werden unter Telefon 0 82 21/3 88 28 oder E-Mail museum@rathaus.guenzburg.de.