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Pfarrei Dinkelscherben kultiviert eigenen Wein

Ein saurer Tropfen

DINKELSCHERBEN – Die Pfarrei Dinkelscherben hat zwischen den Kirchen St. Anna und St. Simpert einen Weinberg. Pfarrer Martin Gall und Kaplan Pater Joshi Valikulan waren bei der inzwischen dritten Weinlese im Dienst der Pfarreiengemeinschaft Dinkelscherben dabei.

Mesner Viktor Beßle brachte außerdem eine von 1735/40 stammende und renovierte Monstranz für den Wettersegen zum Abschluss der Weinlese mit. „Kirche ist mehr als Gottesdienst“, sagte der Mesner. Auch der Wein bringe die Menschen zusammen, wenn er am Annafest des folgenden Jahres nach dem Gottesdienst vorgestellt und verkostet wird. 

Der Mesner pflegt die zwölf Weinstöcke in der Ecke zwischen den Kirchen. Beim ersten Schnitt im zeitigen Frühjahr heißt es, den richtigen Zeitpunkt ohne Frost zu erwischen. Ende Juni, Anfang Juli werden die Triebe zurückgeschnitten und bei der Lese nochmals die hängenden Triebe entfernt. Der Boden unter den Stöcken ist mit Basaltsteinen abgedeckt, die Sonnenwärme besonders gut speichern und nachts abgeben. 

Bis aber der „12 Apostelwein vom Weingut St. Anna in Dinkelscherben, Jahrgang 2018“ fertig sein wird, ist es noch ein weiter Weg. Denn vorerst sind nur die Trauben geerntet. Georg Aumann, der ehemalige chirurgische Arzt von Dinkelscherben, der jetzt im Ruhestand lebt, übernimmt die fachmännische Weiterverarbeitung als Kellermeister und betreut den Reifungsprozess des Tropfens. 

Zunächst wandern die Trauben in die Obstpresse. Dem Most wird Edelhefe zugesetzt, die für eine gleichmäßige Gärung sorgt. Dann gilt: „Erst an Kathrein wird der Most zu Wein.“ Die erste Probe ist in der Regel noch recht sauer und kein Genuss, so die Erfahrung von Aumann. Dann beginnt die Edelreifung im Fass. Obwohl es das Wetter heuer gut meinte, erreichten die Trauben, die 17 Liter Most ergaben, nicht viel mehr als die bisherigen 65 Oechslegrad. „In unserer Gegend lässt sich halt kein höherer Wert erzielen“, weiß Aumann. Nur der Zusatz von Zucker könnte den Alkoholgehalt steigern.

Die robusten und für die hiesige Gegend geeigneten Weinstöcke wurden 2009 bei der Gestaltung der Außenanlage nach der Renovierung der St. Annakirche gepflanzt. 2011 erfolgte die erste Ernte. Die erste „Weinprobe“ gab es 2012 beim Schäfflertanz am Pfarrhaus.

Anne-Marie Wiedemann

27.09.2018 - Bistum Augsburg , Unterhaltung