Professjubiläen In Ursberg (Mittwoch, 23. Oktober 2019 12:00:00) / Bistum Augsburg / Katholische Sonntagszeitung

Professjubiläen In Ursberg

Wichtigeres als irdische Güter

URSBERG – Sechs Franziskanerinnen der St. Josefskongregation in Ursberg (Kreis Günzburg), die sich über Jahrzehnte in den Dienst ihrer Gemeinschaft gestellt haben, wurden in der Pfarrkirche St. Johannes Evangelist für die Treue zu ihrer Berufung und ihren großen Einsatz für Gott und die Mitmenschen gewürdigt.

Zum Festgottesdienst gab das schöne Herbstwetter mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein einen passenden äußeren Rahmen ab. Vom Mutterhaus zogen die Jubilarinnen mit den Mitschwestern, fünf Priestern und den Minis-

tranten in die Kirche ein. 

Festprediger war der Ordensreferent der Diözese Augsburg, Domvikar Andreas Miesen, der seinen Dank „an Gott und an Sie für Ihre Zuverlässigkeit und Ihre Geduld, diesen Weg so viele Jahre gegangen zu sein“, zum Ausdruck brachte. 

Er widmete sich thematisch der Aussendung der 72 Jünger durch Christus und ging auf die Bedeutung biblischer Zahlen ein. „Zwölf Stämme hatte das Volk Israel, zwölf Apostel wurden von Jesus auserwählt, zwölf Türme umgeben das himmlische Jerusalem bei Johannes.“

Talente eingebracht

 Bezugnehmend auf die Zahl der anwesenden Jubilarinnen wies der Festprediger darauf hin, „dass die Summe aus sechs mal zwölf die Zahl 72 ergibt, womit ausgedrückt wird, „dass Jesus 72 Jünger braucht, um alle Völker zu erreichen“. Schon damals, als die Ernte groß war, habe es zu wenig Arbeiter gegeben. „Sie, liebe Jubilarinnen, hatten etwas Wichtigeres als irdische Güter, nämlich Ihre Gemeinschaft und Ihr Gottvertrauen“, sagte der Ordensreferent. Den sechs Schwestern müsse für die Treue zu ihrer Berufung und dafür gedankt werden, dass sie ihre vielfältigen Talente und Begabungen für die St. Josefskongregation und das Dominikus-Ringeisen-Werk jahrzehntelang eingebracht haben. 

Auch Generaloberin Sr. M. Ka-
tharina Wildenauer und Geistlicher Direktor Walter Merkt dankten den mit Kränzchen geschmückten Ordensfrauen, denen Kerzen als an Taufe, Kommunion und das Osterlicht erinnernde Symbole des christlichen Glaubens überreicht wurden. 

Gemeinsam erneuerten die Jubilarinnen ihr Ordensgelübde. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Dominik Herkommer an der Orgel, Schülern und Lehrkräften des Ringeisen-Gymnasiums sowie Schwestern der St. Josefskongregation unter der Leitung von Marianne Altstetter. 

Das 75. Professjubiläum feierte Sr. M. Hildemar Mägerl. Sie ist 1939 im Kloster eingetreten, erwarb 1968 das Diplom zur Lehrbefähigung an Krankenpflegeschulen und war als Krankenschwester bis ins hohe Alter im Krankenhaus St. Camillus tätig. Dass die 95-jährige Jubilarin die durchaus kräftezehrenden Feierlichkeiten ebenso gut bewältigte wie ihre fünf Mitschwestern, war ein weiterer erfreulicher Aspekt an diesem stimmungsvollen Festtag. 

Ihr 65. Professjubiläum begingen Sr. M. Ellensint Kremer und Sr. M. Wilfrieda Feigl. Schwester M. Ellensint, eine Heilpädagogin, war im Kinderbereich sowie in verschiedenen Wohn- und Werkstattgruppen tätig und gab bis 2012 Führungen im Klostermuseum. Schwester M. Wilfrieda wirkte als Heilerziehungspflegerin im Gruppendienst, war Oberin im Haus St. Florian, in Fendsbach und Kloster Holzen tätig und ist seit 2009 in Ursberg.

Ihr 60-jähriges Professjubiläum feierten Sr. M. Ermentraud Kirchenmaier und Sr. M. Kreszentia Manner. Schwester M. Ermentraud war Schulhilfe in der Sonderschule, ließ sich als Heilerziehungspflegerin ausbilden, wirkte in Wohn- und Werkstattgruppen, als Stickerin, als Aushilfe im Museum und als Mesnerin im Mutterhaus. 

Schwester M. Kreszentia, mit landwirtschaftlicher Erfahrung und Tierliebe ausgestattet, arbeitete in den Stallungen und half bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten im Mutterhaus, wo sie sich auch heute noch nützlich macht.

Die jüngste Jubilarin, Sr. M. Lucia Tremel, legte vor 40 Jahren ihr Ordensgelübde ab. Sie ließ sich in Ursberg als Heilerziehungspflegerin und auch theologisch ausbilden, um als Seelsorgehelferin im Wohnbereich St. Angelina und den Stationen in St. Camillus zu wirken.

Thomas Niedermair 

23.10.2019 - Bistum Augsburg , Ehrung , Jubiläum