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An vier Stationen wurden Gebete vorgetragen und Lieder gesungen

Sonne bei der Mittagspause

DONAUWÖRTH/DILLINGEN – „Toll, dass ihr euch getraut habt, die Wallfahrt durchzuführen – in diesem seltsamen Jahr habt ihr uns ein Stück Normalität zurückgebracht!“ Mit diesen Worten bedankte sich einer der 200 Teilnehmer der Radwallfahrt beim Organisationsteam. Die Seelsorgeamts-Außenstelle und die Katholische Jugendstelle Donauwörth hatten zum 16. Mal zur Radwallfahrt in der Ulrichswoche eingeladen. 

Es war in diesem „seltsamen“ von Corona geprägtem Jahr die einzige Wallfahrt, bei der sich die Wallfahrer gemeinsam auf den Weg an das Grab des heiligen Ulrichs gemacht hatten. Eine Gruppe war mit über 30 Radlern von Weisingen im Dekanat Dillingen gestartet. Dekan Johannes Schaufler und Prodekan Josef Kühn, die auch die Texte, Gebete und Lieder für die Vier-Weg-Stationen vorbereitet hatten, waren die bergige Route durch die Westlichen Wälder mitgeradelt. 

Geplant war, dass Radpilger von Donauwörth aus losfahren. Doch das Donau-Hochwasser hatte am Freitag alle Unterführungen unpassierbar gemacht. Deshalb verlegte Organisatorin Hedwig Leib den Startpunkt noch am Vorabend zum Bahnhof nach Mertingen. Unter der Leitung von Pfarrer Wolfgang Rauch und Jugendpfarrer Bernd Rochna machten sich von dort aus bei zunächst kühlen Morgentemperaturen 160 Radpilger auf den Weg nach Augsburg. Mit dabei war die von Familie Ertl aus Holzheim passend zum Motto der Ulrichswoche gestaltete Wallfahrtskerze. Sie wurde an der zweiten Station in Kloster Holzen entzündet wurde und brennt nun am Grab des Bistumspatrons in den Anliegen aller Wallfahrer.

Um den Hygiene- und Schutzmaßnahmen gerecht zu werden, wurde die Besinnung im Hof des Klosters gehalten. Ein Teil des Biberbacher Chors Vocalis stimmte die Lieder mit Flöte und Gesang an. Dass die Pilger zur Begrüßung und zum Abschied vom Läuten der Glocken begleitet wurden, war in diesem Jahr eine besondere Überraschung. So war der Feuerwehr Nordendorf, die mit Absperrung für freie Fahrt sorgte, klar: „Jetzt kommt der Radlertross den Holzner Berg runter!“

Bei der Mittagspause – dann im Sonnenschein – stärkten sich die Radler diesmal im Rot-Kreuz-Heim in Meitingen. Für die Weisinger Gruppe hatte der Pfarrgemeinderat Hirblingen ebenfalls Bierbänke und Getränke vorbereitet. Zur letzten Station mit dem Impuls „Gott hat ein Herz für uns“ geleiteten die Krad-Fahrer der Polizei-Inspektion Augsburg beide Gruppen zur Europawiese in Gersthofen. 

Nachdem der Zug der Radler unter Glockengeläut die Augsburger Maximilianstraße entlanggefahren war, empfing sie Pfarrer Christoph Hänsler im Hof von St. Ulrich mit Segen und Weihwasser. Er bedauerte es sehr, keine Getränke anbieten zu dürfen und dankte den Wallfahrern herzlich für ihr Kommen: „Die Radwallfahrt hat nun ja schon Tradition, und es ist schön, dass die Kirche „coronagemäß bis auf den letzten Platz gefüllt ist.“ 

Dekan Johannes Schaufler feierte mit den mitgeradelten Priestern und Pilgern den Gottesdienst. „Das Herz eines Vaters – und auch einer Mutter – ist voll von Liebe für ihr Kind, was es auch immer tut. So ist es auch mit Gott. Seine Liebe ist bedingungslos – sie ist einfach immer da“, ermutigte er die Wallfahrer in der Predigt.Sie sollten sich in diesen schwierigen Zeiten auf ihre Mitte besinnen und sich von Gottes Liebe stärken zu lassen. Mit schwungvollen neuen geistlichen Liedern der Gruppe SCS aus Dillingen war der Wallfahrtsgottesdienst ein besonders schöner Abschluss des Tages. 

„Es tat gut, wieder einmal unterwegs sein zu können. Ich freu’ mich, weil alles gut verlaufen ist und auch die Messe so schön war“, meinte Edeltraud Reigel und sprach damit allen Teilnehmern und der Mitverantwortlichen aus dem Herzen. 

Hedwig Leib