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Bischof Bertram Meier zum „Großoffizier mit Stern“ ernannt

„Ritterschlag“ in der Basilika

AUGSBURG – Im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Augsburger Basilika St. Ulrich und Afra ist Bischof Bertram Meier mit 25 weiteren männlichen und weiblichen Kandidaten in den Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen worden. Der Bischof wurde dabei nicht nur zum einfachen „Ritter“, sondern zum „Großoffizier (Komtur) mit Stern“ ernannt. Zelebrant war der Erzbischof von München, Kardinal Reinhard Marx, der zugleich Prior des Ordens ist.

Der päpstliche Laienorden geht nicht direkt auf die Zeit der Kreuzzüge zurück, sondern wurde im 19. Jahrhundert von Papst Pius IX. gegründet. Seine Aufgabe sieht er in der Sicherung Jerusalems und des Heiligen Landes im Ausgleich mit Juden und Muslimen als religiöse Heimat der Christen und in caritativen Tätigkeiten dort. Er residiert in Rom und hat eine deutsche Statthalterei mit 1500 Mitgliedern. Augsburg ist eine von 38 Komtureien (Niederlassungen) in Deutschland.

Marx betonte, eigentlicher „Ordenschef“ sei Jesus Christus, „der uns auf den Weg sendet“. In seiner Predigt erinnerte er daran, dass der Zionsberg, auf dem Jerusalem liegt, immer umstritten war. König David eroberte ihn von den Jebusitern; später wurde Jerusalem mehrfach zerstört. Heute beanspruchen Christen, Juden und Moslems den Ort als religiöses Zentrum.

Der Kardinal wies darauf hin, dass in der Bibel sowohl davon gesprochen wird, dass Heiden die Heilige Stadt einst verlassen müssen, als auch, dass sich in der Endzeit alle Völker dort versammeln werden. Laut Marx bedeutet das, dass sich Christen nicht abschotten, andere für schlechter halten und alles besser wissen sollten. Ebenso sollten sie sich aber nicht dem Zeitgeist anpassen. 

Die Kirche, die sich von Anfang an als „neues Zion“ verstanden habe, sei stets – und auch im Augenblick (damit spielte er auf die beginnende Weltsynode an) – „in einer Suchbewegung“. Er zeigte sich überzeugt, dass eine neue Epoche des Christentums kommen wird. Die Komtureien sollten diesen Weg aufmerksam mitgehen.

Kreuz und Mantel

Anschließend fand die Investitur (Einkleidung) der neu hinzukommenden Ordensangehörigen statt. Die Kandidaten versprachen, den Auftrag des Ordens nach Kräften zu erfüllen. Dann wurden ihnen Ordenskreuz und Ordensmantel umgelegt. Die Männer, ausgenommen die Geistlichen, erhielten von Marx zudem den Ritterschlag. Es sang das Vokalensemble „Auxantiqua“ unter Leitung von Domkapellmeister Stefan Steinemann. An der Orgel spielte Umberto Kostanic.

Andreas Alt

17.10.2021 - Bistum Augsburg , Orden