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Bewahrung der Schöpfung

Handeln statt nur demonstrieren

TUTZING – In diesem Jahr wurde der Tutzinger Benedictus-Realschule der Schöpfungspreis der Diözese für das Langzeit-Ökologieprojekt zuerkannt. Bereits seit zwölf Jahren läuft dieses Projekt in den jeweils neunten Klassen.

Es geht bei dem Projekt nicht nur um den Erhalt gefährdeter Ökosysteme, sondern auch um die Bereitschaft zum aktiven Naturschutz, der nicht mehr vernachlässigt werden dürfe, sagen die beteiligten Schüler. Sozusagen als Beiprodukt ergibt sich dabei die Vertiefung des Wissens über ökologische Lebensgemeinschaften und deren nähere, häufig äußerst spannende Zusammenhänge.

Die Schüler berichten mit spürbarer Begeisterung, die auch auf Eltern und Geschwister abfärbt und zum Mittun anregt. Der Ort am Starnberger See verfügt über eine teils noch naturbelassene Umgebung mit einer Reihe von Mooren und Flächen mit Magerwiesen, die einer besonderen Pflege bedürfen. Da  ist zum Beispiel das mühsame und kräftezehrende Abrechen von  Wiesen, um diese im Laufe der Zeit wieder zu Magerrasenflächen werden zu lassen, auf denen eines Tages heimische Orchideen wachsen können. 

Am Projekt bleiben

„Was die Renaturierung von Mooren angeht, erzählt Biologielehrer Thomas Kräh, „arbeiten unsere Schüler in Gruppen mit den Fachkundigen, um auch unerwünschte Pflanzen  fachgerecht zu entnehmen.“ Da all diese Aufgaben nicht nur zeitintensiv, sondern auch mühevoll sind, kann die Jugend mit diesem Projekt an praktische Arbeit herangeführt werden, „was bei den Heranwachsenden durchaus gut ankommt“, findet Studienrätin Susanne Hägler. Ein Vorteil ist es, dass die Gruppe am jeweiligen Projekt bleibt und auf diese Weise Fortschritte in der Entwicklung macht.

Schulleiterin Angela Richter freut sich besonders, dass sich ihre Schüler nicht nur kürzlich beim Klimatag am Ort engagierten, sondern auch übers ganze Jahr das Thema Bewahrung der Schöpfung im Blick haben. „Darüber hinaus herrscht natürlich auch Freude über den Geldpreis von 1000 Euro, die für schulische Anschaffungen verwendet werden“, erklärt Thomas Kräh.

„Dass uns stets mehr Bewerber zur Verfügung stehen, als wir im Projekt brauchen können, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, erzählt Susanne Hägler. Einig sind sich die befragten Schüler, dass sie es als besonders wertvoll empfinden, selbst tätig zu werden, um ihr Interesse an der Schöpfung nicht nur in Form von Demonstrationen zu zeigen.

„Selbst ist der Mann“, findet Sebastian Guidi (16), dem es gefallen hat, auch im offiziellen Rahmen etwas für den Umweltschutz getan zu haben.  Eva Wolf (16) sagt, ihr sei es wichtig gewesen, sich im Wald eingebracht zu haben, und wenn es auch nur das Entfernen von unerwünschtem Wildwuchs war. Florian Loris (15) erinnert sich gerne an das gemeinsame Arbeiten in einer unberührten Wildnis. Renate Reitzig

30.10.2019 - Schöpfung