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Skapulierbruderschaft beging 350. Jubiläum

Täglich ein Ave Maria

WEHRINGEN – Ein Jubiläum feierte die Skapulierbruderschaft in Wehringen (Kreis Augsburg): 350 Jahre ist es her, dass sie im Jahr 1671 von Pfarrer Johann Klocker durch die Augsburger Karmeliten als „Bruderschaft zum Heiligen Skapulier“ gegründet wurde. 

Wie tief die Bruderschaft seither das Leben der Gemeinde prägt, zeigt ein Blick in die Pfarrkirche St. Georg. Der Kirchenpatron ist nur im Chorraum dargestellt, während die komplette Deckengestaltung des Langhauses auf die Skapulierlegende ausgerichtet ist. 

Mit einem Festgottesdienst auf dem Rathausplatz wurde das Jubiläum gefeiert. Weihbischof Florian Wörner war eigens zu diesem Anlass gekommen, um mit Pfarrer Hubert Ratzinger die Heilige Messe zu zelebrieren. „Seit 350 Jahren gibt es in Wehringen Frauen und Männer, die diese Tradition aufrechterhalten“, freute sich Wörner. Eine solche Tradition sei heute keineswegs als überholt abzustempeln. „Geistige Dinge veralten nie“, betonte er. Das hätten die vergangenen Monate gezeigt. 

Grundlage der Skapulierbruderschaften ist das Leben des heiligen Simon Stock, der um das Jahr 1165 in der englischen Grafschaft Kent geboren wurde, wie in der von Pfarrer Hubert Ratzinger verfassten Festschrift zu lesen ist. Er lebte der Überlieferung nach als Eremit in einem hohlen Baum. Eines Tages traf Simon auf Karmeliten, deren Marienverehrung ihn so sehr berührte, dass er 1241 in den Orden eintrat. Beim Generalkapitel 1245 in Aylesford wurde er zum Generalprior der Karmeliter gewählt. 

Am 16. Juli 1251 hatte Simon eine Vision der Gottesmutter Maria, die ihm ein Skapulier überreichte. Dieses Skapulier wurde Teil des Habits der Karmeliten. Aus der Verheißung heraus entwickelten sich auch das kleine Skapulier Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel und die Skapulierbruderschaften. 

Bis heute ist es in Wehringen üblich, dass beim Skapulierfest die Kommunionkinder in die Bruderschaft aufgenommen werden. Sechs Kommunionkinder entschlossen sich in diesem Jahr, der Gemeinschaft beizutreten. Sie erhielten eine Medaille mit dem Marienbild und dem Herz-Jesu-Bild. Damit haben sie sich verpflichtet, neben den Gebeten morgens, mittags und abends täglich auch ein Ave Maria zu beten. 

„Wer das Kleid der Bruderschaft trägt, das stilisierte Skapulier, erneuert damit sein Taufversprechen“, erklärte Pfarrer Ratzinger den Kindern. Das Skapulier gelte wie ein Taufkleid und solle immer mahnen, Jesus ähnlich und liebende Menschen zu werden. Wer das Skapulier trage, stehe nicht nur unter dem besonderen Schutz Mariens, sondern habe auch einen Auftrag. Man solle Gott und seinen Nächsten ebenso lieben wie sich selbst und ihm dieselbe Fürsorge und Achtung angedeihen lassen wie sich selbst, mahnte Ratzinger.

Stabwechsel

Die Wehringer Skapulierbruderschaft wird vom Bruderschaftsrat, bestehend aus zehn Mitgliedern und dem Präfekten, geführt. Der Rat und der Präfekt heben sich von den anderen Mitgliedern durch Bruderschaftsstäbe ab, die sie zu Festen wie dem Skapulierfest oder Fronleichnam tragen. 

Anlässlich des Jubiläumsgottesdienstes erfolgte auch der Wechsel des Präfekten, der jährlich gewählt wird. Xaver Zerrle überreichte den Präfektenstab an Franz Wildegger, der diesen nun für ein Jahr trägt.

Anja Fischer

08.08.2021 - Bistum Augsburg , Jubiläum