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Dominikanerinnen stellen ihr Ordenshaus auf vier Säulen

Zukunftskonzept fürs Kloster

WETTENHAUSEN – Vor kurzem wurde der Spatenstich für den Umbau der Prälatur im Kloster Wettenhausen (Kreis Günzburg) gesetzt. Dies war gleichzeitig der erste Schritt bei der Umsetzung des Zukunftskonzepts für das Klosterareal. 

Die Prälatur ist das zentrale Gebäude mit der Pforte auf der Westseite. Das Gebäude ist als Denkmal von bundesweiter Bedeutung eingestuft. In den dritten Stock wird das neue, im Entstehen begriffene Klostermuseum gebaut. Durch den Anbau eines Außenaufzugs werden alle Stockwerke für Menschen mit Behinderung gut erreichbar. Im Erdgeschoss werden zentrale und behindertengerechte Sanitäranlagen geschaffen. 

„Dies war für viele Besucher unserer Kulturveranstaltungen ein Manko“, erklärt der Geschäftsführer der Kloster Wettenhausen Entwicklungs gGmbH Hubert Hafner. Er wurde vor fünf Jahren für den Entwurf des Zukunftskonzepts engagiert. Die Schwestern formulierten ihre Wünsche. Mit einem Architekten wurde deren bauliche Durchführbarkeit erörtert. 

Das Klostermuseum soll erzählen, was Augustinerchorherren und Dominikanerinnen für die Gemeinde Kammeltal und die Region leisteten.  

Das Zukunftskonzept ruht auf vier Säulen, die teilweise schon vorhanden sind und weiterentwickelt werden sollen. Diese orientieren sich am Slogan „ein besonderer Ort“. Die erste Säule ist mit „Ort des gelebten Glaubens“ betitelt. Das Kloster wurde vor fast 1000 Jahren von Augustinerchorherren erbaut. Seit 1865 wird es von Dominikanerinnen belebt und geprägt. Diese Schwesterngemeinschaft, der heute elf Ordensfrauen zwischen 25 und 88 Jahren angehören, soll es auch weiterhin beherbergen. 

Die zweite Säule trägt den Titel „Ort für Bildung, Kultur und Tagung“. Dafür stehen auf dem Klostergelände der Kaisersaal sowie ein eigens für Veranstaltungen genutzter ehemaliger Zehntstadel. Die Öffentlichkeit soll künftig noch mehr darauf aufmerksam gemacht werden. Wichtige Schritte waren die Herausgabe eines gedruckten Veranstaltungskalenders sowie Aktivitäten im Internet. Der Bildungsaspekt des Klostergeländes soll auch durch das Klostermuseum gestärkt werden. 

Die dritte Säule steht unter dem Stichwort „Ort der Gastfreundschaft“. In den ehemaligen Ökonomiegebäuden des Klosters soll ein modernes Gastronomie- und Beherbergungskonzept umgesetzt werden. Für das Ende der Umsetzung ist folgendes geplant: eine Klostergaststätte mit rund 150 Sitzplätzen und Biergarten, ein Gästehaus mit rund 40 Zimmern, ein eigener Bereich für Kinder und Jugendgruppen, ein Veranstaltungssaal mit 170 Sitzplätzen und eine Kleinbrauerei. 

Die vierte Säule ist überschrieben mit „Ort der Natur“. Der Klostergarten soll auch künftig ein Ort für Stille und Einkehr sein. Auf einem Teil des Areals ist ein Projekt zum Thema Biodiversität geplant. Dort soll in Zusammenarbeit mit staatlichen und universitären Partnern ein Zentrum für die biologische Vielfalt von Nutzpflanzen aufgebaut werden. 

In den nächsten zwei Jahren sollen zunächst das Klostermuseum und die Gastronomie angepackt werden. Die Kosten für das gesamte Konzept sind noch nicht bekannt. Die Renovierung der Prälatur mit der Einrichtung des Klostermuseums kosten rund 1,3 Millionen Euro. Geld kommt vom Amt für ländliche Entwicklung in Schwaben, aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz des Bundes, von der bayerische Landesstiftung, dem Bezirk Schwaben und dem Landkreis Günzburg.

Martin Gah

15.11.2020 - Bistum Augsburg , Kultur , Orden