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Abschied steht bevor

Wallfahrtsdirektor Henkel verlässt Marienfried

PFAFFENHOFEN – Nach neun Jahren als Direktor der Gebetsstätte Marienfried am Markt Pfaffenhofen im Landkreis Neu-Ulm verlässt Clemens M. Henkel seinen bisherigen Wirkungskreis. Er verbringt eine kurze Sabbatzeit mit Urlaub, Exerzitien und Einweisung in die Pfarrgemeindearbeit. Danach tritt er im Oktober eine neue Aufgabe in der Auslandsseelsorge in Portugal an.

Seine Klientel dort seien vornehmlich die deutschsprachigen katholischen Pfarrgemeinden in Lissabon und Porto, erklärt Henkel. Hinzu kämen sicher auch Arbeiten am Wallfahrtsort Fatima, zu dem er am Großen Gebetstag in Marienfried im vergangenen Jahr ein Symposium veranstaltet hat. Wohnen werde er in Portugals Hauptstadt Lissabon, die er sich vor einiger Zeit schon angesehen habe. 

Feld gut bestellt

Auslandsseelsorge reize ihn sehr, sagt Henkel, weshalb er sich um die Aufgabe beworben habe. Er rechne vorerst mit einem Einsatz von drei Jahren, der aber auf fünf verlängert werden könne. An der Gebetsstätte Marienfried hinterlasse er ein gut bestelltes Feld, sagt Henkel. Er habe es immer als Auszeichnung und Ehre gewertet, für die besondere priesterliche Aufgabe freigestellt worden zu sein.

In Trier als Sohn einer Kölnerin und eines Krefelders geboren, hatte Henkel Schulen in Köln und Darmstadt besucht. Das Berufsleben begann in einem Warenhaus-
unternehmen mit einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Henkel stieg bis zum Abteilungsleiter in Köln und Düsseldorf auf. 

Der Wandel kam Anfang der 1990er Jahre: Der Spätberufene studierte Theologie in Augsburg, wurde am 11. Mai 1997 von Bischof Viktor Josef Dammertz zum Priester geweiht und war anschließend Diakon und Priester in Sonthofen, Kaufbeuren, Bad Wörishofen sowie Maihingen und Wallerstein, wo er in den Jahren 2006 bis 2008 acht Pfarrgemeinden zu einer neuen Gemeinschaft zusammenführte.

„Ein besonderer Ort“ 

Marienfried, dem Henkel in fast einem Jahrzehnt durchaus seinen Stempel aufgedrückt hat, bleibt für ihn „ein Ort, an dem der Himmel in geheimnisvoller Weise wirkt, den die Besucher als einen besonderen Ort erleben“. 

Unter Henkels Direktorat wurden die Marienfriedkirche umgebaut und erweitert, ein Gebetspark angelegt sowie das Marienfriedhaus saniert und mit einem Café ausgestattet. „In Marienfried wird kein Lokalkolorit gepflegt“, sagt Henkel, „das hat Weltdimension.“ Das Bistum habe die Dynamik der Entwicklung an der Gebetsstätte eine Zeitlang unterschätzt, komme aber heute an den Fakten nicht mehr vorbei. Es gehe ja nicht um irgendwelche Marienvisionen in der schwäbischen Provinz, sondern einzig um persönliche Erfahrungen, die Menschen seit Jahrzehnten an diesem besonderen Ort machten.

Gerrit-R. Ranft

04.07.2018 - Bistum Augsburg