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Seehauser Frauen begingen Weltgebetstag

Vielfalt der Kirche erlebt

SEEHAUSEN – Für viele Frauen ist er ein fester Bestandteil des kirchlichen Jahresablaufs: der Weltgebetstag am ersten Freitag im Monat März. Über Ländergrenzen hinweg engagieren und beten Christen, dass auf der ganzen Welt Frauen und Mädchen in Würde, Frieden und Gerechtigkeit leben können.

So war es auch in diesem Jahr. Wie in zahlreichen Gemeinden in Deutschland und in über 120 Ländern dieser Erde, fanden sich im Pfarrsaal von St. Michael in Seehausen Frauen ein, um den Weltgebetstag zu begehen. Für die Pastoralreferentin Gabriele Winter ist dies ein Ausdruck der Solidarität der Frauen weltweit. 

„Es ist schön, dass immer wieder ein anderes Land den Gottesdienst vorbereitet, drückt dies doch die Vielfalt und Buntheit der Weltkirche aus“, sagt sie. Dieses Jahr  bereiteten Frauen aus Simbabwe den Weltgebetstag der Frauen vor. Frieden, Versöhnung und Liebe, das sind ihre zentralen Anliegen. Dafür wurde heuer weltweit gebetet. 

Fast 100 Jahre stand Simbabwe, das einstige Rhodesien, unter britischer Herrschaft, die die indigene Gesellschaft systematisch enteignete. Ein mehrjähriger Befreiungskrieg führte 1980 zur Unabhängigkeit. Die Bevölkerung setzte große Hoffnung auf den einstigen Revolutionsführer Robert Mugabe. Doch dieser etablierte ein autoritäres Herrschaftssystem. Besonders Frauen und Mädchen hatten und haben heute noch unter Diskriminierungen zu leiden.

Bevor der Gottesdienst begann, sahen sich die Frauen aus Seehausen und aus der Schöffau einen informativen Film über Simbabwe und seine Bewohner an. Das Motto des diesjährigen Gebetstages „Frieden, Versöhnung und Liebe“ zog sich als roter Faden durch den ganzen Gottesdienst, so bei Lobpreis, Vergebung, dem Evangelium und den Fürbitten. 

Die Farben Weiß, Gelb und Rot standen für je eines der erbetenen Ziele und waren im Pfarrsaal durch Tücher und Schals sichtbar. Schwungvoll und gekonnt spielte die Frauenband von St. Michael die rhythmischen afrikanischen Lieder, so dass alle Anwesenden leicht einstimmen konnten: „Simbabwe soll gesegnet sein, Land und Menschen in Gottes Hand.“

Afrikanische Salate

Beim anschließenden Essen mit schmackhaften afrikanischen Salaten und Dips besprachen die Frauen das eben Gesehene und Gehörte. Dass der Weltgebetstag den Blick weitet, fanden die Seehauserinnen Roswitha Huber und Claudia Rasthofer. In Gemeinschaft mit der eigenen Pfarrei lerne man andere Länder und Kulturen kennen, speziell aus dem Blickwinkel von Frauen. 

Und mit der Kollekte unterstützten die Pfarrgemeinden Seehausen/Schöffau die Frauenstiftung „Envision“, die sich für Konfliktlösungen und für eine von Frauen getragene Entwicklung, vor allem im ländlichen Raum einsetzt – und dies mit vielen Menschen weltweit.

Ingrid Paulus