Anzeige

Bischof bei Wasserprozession

Erwartungen übertroffen

PLATTLING (pdr/md) – Auf eine lange und bewegende Geschichte kann der Sankt-Johann-Nepomuk-Verein Plattling zurückblicken. Im 158. Jahr seiner Gründung besuchte Bischof Rudolf Voderholzer das traditionsreiche Nepomuk-Heimatfest und nahm an der Wasserprozession teil. 

Er freue sich außerordentlich, „dabei sein zu können“, sagte Bischof Voderholzer und gestand, dass er schon viel von diesem Fest gehört habe, aber dass das, was er an diesem Abend erleben dürfe, alle Erwartungen übersteige. Und so richtete er seinen Dank an alle, „die vorbereitet und mitgeholfen haben“, vor allem an Vorsitzenden Günther Rösch, Schirmherr Landrat Bernd Sibler und Dekan Josef Geismar. 

Seit 38 Jahren leitet Günther Rösch den Nepomuk-Verein, der 260 Mitglieder zählt. Eigentlich gibt es das Heimatfest alle drei Jahre, aber durch die Corona-Pandemie wurde es nach 2017 von 2020 auf das vergangene Wochenende verschoben. Bereits im Jahr 2014 war Bischof Rudolf anlässlich des 150-jährigen Jubiläumsfestes als Ehrengast dabei, damals allerdings als Hauptzelebrant der Pontifikalmesse am Sonntagmorgen. Dieses Mal beehrte er den Verein zum Höhepunkt der Festivität, der Wasserprozession am Samstagabend.Diese war wie immer eine Gemeinschaftsleistung von Nepomuk-Verein, Wasserwacht, Feuerwehr und dem Tauchsportclub Plattling. Sie alle trugen zum Gelingen bei. 

Der Nepomuk-Verein sorgte für das feierliche Einholen der Statue des heiligen Johannes Nepomuk aus der Kapelle. Und im gemeinsamen Festzug wurde diese Figur dann unter den Klängen der Stadtkapelle Plattling unter der Leitung von Lorenz Pfisterer zur Plätte an der Isar geleitet. Hier stand bereits die alte Plätte aus dem Jahr 1946 bereit, die mittels Autokran bereits einige Tage zuvor zu Wasser gelassen worden war. Mit der Statue des heiligen Johannes Nepomuk, Bischof Rudolf Voderholzer und verschiedenen Ehrengästen an Bord wurde die Plätte zum Ausgangspunkt der Wasserprozession flussaufwärts verlegt. Immer mehr Zuschauer säumten die Isarbrücke, aber auch die beiden Isarufer. 

Die Wasserprozession begann bei Einbruch der Dunkelheit. Die Feuerwehr Plattling erzeugte mit ihren Spritzen einen bunten Wasserbogen über die Isar, der von Schweinwerfern angestrahlt wurde. Und dann setzten sich viele Lichter flussabwärts in Bewegung. Sie wurden von der Wasserwacht Plattling und dem Tauchsportclub Plattling in die Isar eingesetzt. Im Zentrum das große Lichterkreuz, das die Isar hinunter zur Anlegestelle trieb. Mehr als 500 Schwimmer mit ihren Fackeln begleiteten das Lichterkreuz und auch die bunt beleuchtete Plätte mit den Ehrengästen. 

An der Anlegestelle folgte eine Andacht zu Ehren des heiligen Johannes Nepomuk, des Schutzpatrons der Schiffer, Flößer, Müller und Wasserbauer. Bischof Rudolf, bekannt als leidenschaftlicher Brückenbauer zwischen Bayern und Böhmen, berichtete auch Persönliches. So sei er als gebürtiger Münchner quasi mit „Isarwasser“ getauft worden, und als Sohn einer gebürtigen Kladrauerin fühle er sich sowohl dem Heiligen als auch Plattling als herausragendem Ort seiner Verehrung besonders verbunden. Nicht zuletzt erinnere auch die Brücke in seinem Wappen an die zentrale Rolle, die Kladrau beim Tod Johannes Nepomuks spielte. Bischof Rudolf erinnerte an den heiligen Johannes Nepomuk als Mahner für den respektvollen Umgang miteinander und bat um Wahrhaftigkeit.  

Nach den Fürbitten wurde ein mit Blumen geschmückter Kranz zum Gedenken an alle Opfer der Isar in den Fluss geworfen. Die Stadtkapelle spielte verschiedene Kirchenlieder und nach dem Segen mit der Reliquie des heiligen Nepomuk durch Bischof Rudolf wurde das Tedeum angestimmt. Die Bayernhymne beendete die Andacht. Und ein Prunkfeuerwerk über der Isar beschloss die Wasserprozession. Am Sonntag zelebrierte Stadtpfarrer Josef Geismar in der Stadtpfarrkirche Sankt Magdalena den Gedenkgottesdienst.

10.08.2022 - Bistum Regensburg