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Dreifaltigkeitssonntag auf Armesberg

Kreuz und Liebe Gottes

KULMAIN/ARMESBERG (pdr/sm) – Am vergangenen Sonntag hat die katholische Kirche das Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit (Trinität), auch bekannt als Dreifaltigkeitssonntag, gefeiert. Es ist der Auftakt für die „normalen“ Sonntage nach der Osterzeit, wird also am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Bischof Rudolf besuchte an diesem Tag die Pfarrei Kulmain, die zum Dekanat Tirschenreuth-Wunsiedel gehört. Seinen Pastoralbesuch verband er mit dem Patroziniumsfest der Wallfahrtskirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit auf dem Armesberg. 

Ortspfarrer Markus Bruckner hieß den Bischof herzlich willkommen: „Sie sind der erste Regensburger Bischof, der uns auf dem Armesberg besucht!“ Zusammen mit Pfarrvikar Justin Kishimbe freute er sich auf das „stärkende Wort“ des Gastes.

„Was hat das Dreifaltigkeitsfest mit dem Kreuzweg zu tun?“ Mit dieser Frage leitete der Diözesanbischof seine Predigt ein. „Ist der Kreuzweg nicht eine Frömmigkeitsform, die für die Fastenzeit passt, wo wir uns in besonderer Weise auf das Leiden Jesu vorbereiten, um dann Ostern feiern zu können? Das ist doch sonderbar! Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr ist mir klar geworden, dass beides, die Feier des dreifaltigen Gottes und das Nachgehen, das Meditieren des Kreuzweges zutiefst zusammengehören. Sie stehen in einem tiefen inneren Zusammenhang“, sagte Bischof Rudolf ging dann konkret auf das Leben der Gläubigen ein. 

„Wann verbinden wir das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott, Vater, Sohn und Geist, mit dem Kreuz?“ Diese Frage richtete er an die Ministranten und Kinder im Festgottesdienst. „Ja, eine gottesdienstliche Versammlung oder ein privates Gebet mit Kindern beginnen wir ,Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes‘ und bezeichnen über uns ein Kreuz.“ In der einfachen Geste, in den einfachen Worten sei der ganze Glaube zusammengefasst, es sei das Erkennungszeichen der Christen. Es sei ein kleines, aber unerschöpfliches Symbol, so der Bischof und verdeutlichte damit, dass es beim Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit um ein entscheidendes Geheimnis des Christentums geht.

Zeichen der unendlichen Liebe Gottes

„Das Kreuz offenbart die Liebe des dreifaltigen Gottes. Jesus ist als Gesandter gekommen, um das Reich Gottes in dieser Welt schon gegenwärtig sein zu lassen. Er hat uns seinen Vater nahegebracht“, erklärte Bischof Voderholzer. Das habe nicht überall Zustimmung gefunden, vor allem nicht bei den Führern des Volkes. Sie hätten Jesus bei seiner Verkündigung und seinem Anspruch Gotteslästerung unterstellt und beschlossen, ihn zu kreuzigen. Jesus habe das Kreuz auf sich genommen, um den Menschen seine Liebe bis zur Vollendung zu erweisen. „Er hat dort seinen Geist ausgehaucht, um uns damit zu erfüllen. Jesus, unser Herr, hat das Kreuz verwandelt in das Zeichen der unendlichen Liebe Gottes“, sagte der Bischof. Die göttliche Dreieinigkeit müsse man nicht begreifen, sondern man solle sich davon ergreifen lassen, fasste er zusammen. 

Im Verlauf des Gottesdienstes nahm Bischof Rudolf auch einen jungen Mann in die Reihe der Taufbewerber auf. Dazu salbte er Sebastian Goldmann die Ände mit Chrisam und wünschte ihm einen guten Weg in das Katechumenat, in die Einführung zum Glauben.

Den Pastoralbesuch in Kulmain hatte der Bischof auch genutzt, sich ein Bild von der Gemeinde zu machen und sich die Entwicklung der Pfarrei zeigen lassen. Darüber hinaus wollte er seine Verbundenheit mit dem Pfarrer und den Gremien vor Ort zeigen. Bischof Voderholzer äußerte sich nach dem Gottesdienst zufrieden: „Der Bischof sieht so einiges bei seinem Pastoralbesuch. Hier ist alles in guter Ordnung.“ 

Seinen besonderen Dank richtete der Diözesanbischof an den Kirchenchor Kulmain und die Instrumentalisten, die den Festgottesdienst musikalisch gestalteten. Natürlich braucht es Menschen, die sich ehrenamtlich um eine Wallfahrtskirche kümmern, die außerhalb der Gemeinde auf einer Bergspitze steht. Am Armesberg sind das Pfarrsekretärin Christine Sollfrank und ihr Mann Albert, der gewähltes Kirchenverwaltungsmitglied und Kirchenpfleger ist.

Der Armesberg

Der Armesberg ist mit seiner Höhe von 731 Metern ein weithin sichtbarer, bewaldeter Basaltkegel im Landkreis Tirschenreuth. Er liegt an der alten Handelsstraße von Eger nach Nürnberg. Auf dem Gipfel befindet sich die historisch wertvolle und denkmalgeschützte Wallfahrtskirche. Im Jahr 1678 wurde bereits eine Kapelle errichtet, die am Sonntag nach Pfingsten, also am Dreifaltigkeitsfest, im Beisein von 3500 Menschen eingeweiht wurde. Heute steht auf der Bergspitze die Wallfahrtskirche „Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“, ein wuchtiger Rundbau mit vorgebautem Turm aus dem Jahr 1836. Ebenfalls am Dreifaltigkeitsfest erfolgte die kirchliche Weihe. Und am Dreifaltigkeitssonntag 1839 wurde dort die erste Heilige Messe zelebriert. 

14.06.2022 - Bistum Regensburg